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Mann (46) missbrauchte Stieftochter 900 Mal

Erfurt – Der 46-Jährige Oliver B. aus Ilmenau hat vor dem Landgericht Erfurt ein Geständnis abgelegt, das erschuttert. In mehr als 900 Fällen soll er seine Stieftochter missbraucht haben. Auch ihren Halbbruder soll er zu sexuellen Handlungen mit dem Mädchen gebracht haben. Die Taten filmte er größtenteils. Erst als der Richter ihm die „erdruckende“ Beweislage vor Augen fuhrte, räumte der Angeklagte die Vorwurfe ein. Absolut verstörend: Unter dem Vorwand, mit den pornografischen Aufnahmen im Darknet die finanzielle Lage der Familie aufbessern zu können, drängte er die Geschwister so zu inzestuösen Handlungen!
Zunächst schwieg er. Doch Richter Holger Pröbstel, Vorsitzender der Jugendschutzkammer, stellte klar: Die Beweislage sei „erdruckend“ – hunderte Videos. Nur ein Geständnis könne zu einer milderen Strafe fuhren. „Dieses Verfahren sprengt alles, was die Kammer je erlebt hat“, sagte Pröbstel. Der Richter weiter: „Ich dachte, ich hätte alles gesehen, aber 973 Fälle? Das toppt alles.“ Sein Appell an den Angeklagten: „Wenn Sie den Kindern noch irgendeinen Gefallen tun wollen, dann ersparen Sie denen ihre Vernehmung.“
Der Angeklagte räumt die Vorwurfe ein: Nach einer Verhandlungspause erklärte die Anwältin des Angeklagten: Ihr Mandant räume die Vorwurfe ein. Als Nebenkläger waren die Stieftochter und der Stiefsohn im Gerichtssaal – zusammen mit ihrer Mutter. Die Verlesung der Anklage nahm sie sichtlich mit.Staatsanwältin Anne Hartmann listete in der Anklage die unfassbaren Taten auf: Von Ende 2017 bis 2024 soll der Stiefvater das damals bei ihm lebende Mädchen hunderte Male missbraucht, gefilmt und fotografiert haben. Zu Beginn der Taten war das Kind gerade 10. Auch Gegenstände und Werkzeuge soll er dabei eingesetzt haben.
Allein bis zu ihrem 14. Lebensjahr soll B. sich in 255 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs an ihr schuldig gemacht haben – darunter vollendeter vaginaler Geschlechtsverkehr. Doch auch nach ihrem 14. Geburtstag soll der Missbrauch unvermindert weitergegangen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft B. deshalb weitere 663 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen vor. Die Taten sollen sich vor allem in der Wohnung der Familie abgespielt haben.
Zudem soll er sich an der 2007 geborenen Jugendlichen in einer Schule vergangen haben, wo er als Putzkraft arbeitete.Missbrauch unter dem Vorwand, Geld zu verdienen: Später soll der 46-Jährige auch den zwei Jahre jungeren Bruder (damals 13) dazu gezwungen haben, sexuelle Handlungen mit seiner Halbschwester vorzunehmen – inklusive ungeschutztem inzestuösen Verkehr. Dabei gab er den Kindern detaillierte Handlungsanweisungen.
Daruber hinaus soll B. uber seine Stieftochter an Kontaktdaten von deren minderjährigen Freundinnen gekommen sein. Diese kontaktierte er anschließend uber die Messenger-Dienste Telegram und Snapchat. Mit dem Versprechen von Taschengeld soll er die Mädchen dazu gebracht haben, Nacktbilder von sich zu schicken – um sie anschließend mit genau diesen Bildern zu erpressen und zu weiteren Aufnahmen zu zwingen. Er gab sich als 21-Jähriger aus.
Die Durchsuchung seiner Wohnung förderte Festplatten und Speichermedien zutage – mit Tausenden kinder- und jugendpornografischen Aufnahmen. Das kinderpornografische Videomaterial allein umfasst mehr als 160 Stunden, dazu fanden Ermittler weitere 12.583 Dateien. Der Angeklagte saß regungslos da, stutzte den Mund in die Hand, während die Vorwurfe verlesen wurden.
Hinweis aus den USA fuhrte zu Festnahme: Ein Hinweis aus den USA brachte die Ermittler auf seine Spur. Das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) hatte uber die Kooperation mit Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) kinderpornografische Aufnahmen entdeckt und die dazugehörige IP-Adresse an das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet. Im Dezember 2024 durchsuchten die Beamten daraufhin das Zuhause der Familie und entdeckten Hinweise auf den Missbrauch der Stiefkinder. Am 14. April soll die Verhandlung fortgefuhrt werden.

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