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Zwischen Hoffnung und Zweifel: Wal-Debatte nimmt neue Wendung

Das Wal-Drama in der Ostsee geht einem tragischen Ende zu. Noch atmet der Buckelwal, aber sein Schicksal scheint besiegelt. Selbst ein Wunder käme wohl zu spät.

Update vom 12. April, 11:07 Uhr: Der gestrandete Buckelwal in der Wismarbucht gibt weiterhin Lebenszeichen von sich. Laut Bild bewegte sich das Tier am Sonntagmorgen und blies einige Wasserfontänen aus. Dennoch furchtet Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), dass eine Rettung des Wals inzwischen nicht mehr möglich ist.  

Der in der Wismarer Bucht gestrandete Buckelwal bläst weiterhin Wasserfontänen aus. © Marcus Golejewski/dpa

In einer Mitteilung des Ministeriums wurde Backhaus wie folgt zitiert: „Aufgrund der wissenschaftlichen Expertise und Beratung habe ich entschieden, das majestätische Tier in Frieden gehen zu lassen. Dabei war mir bewusst, dass viele Menschen einen anderen Blick auf die Situation haben.“ 

Daher wurde im Sinne der Transparenz ein Gutachten vom Umweltministerium veröffentlicht. Dieses wurde durch die Stiftung Deutsches Meeresmuseum (DMM) und das Institut fur Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) erstellt. Es soll die schwierige Entscheidung gegen einen erneuten Rettungsversuch des Wals wissenschaftlich begrunden.

Update vom 11. April, 22:02 Uhr: Am Kirchdorfer Hafen auf der Insel Poel kamen nach Angaben der Polizei rund 170 Personen zusammen, die sich fur die Rettung des Wals einsetzten. Daruber hinaus fanden am Samstag auf der Insel weitere spontane Kundgebungen mit demselben Anliegen statt. Die Polizei bestätigte, dass mehrere Personen in den abgesperrten Bereich eindrangen und bis zum Ufer vorliefen.

Der Wal wird wohl in der Ostsee sterben. Die Kosten fur die bisherigen Rettungseinsätze sind derweil gering. © dpa | Marcus Golejewski + dpa | Philip Dulian

Update vom 11. April, 20:22 Uhr: Seit zwölf Tagen treibt der verletzte Buckelwal in der Wismarbucht vor der Insel Poel und zeigt weiterhin Lebenszeichen. Experten halten eine Rettung fur ausgeschlossen. Dennoch bildeten etwa 150 Menschen am Samstag (11. April) im Hafen eine Menschenkette, um fur die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin.

Menschenkette fur sterbenden Buckelwal

Nach Bild-Informationen waren es 200 bis 300 Demonstranten. Einige von ihnen haben den Schutzzaun durchbrochen, um an die Wasserkante, von der man den gestrandeten Wal am nächsten sehen kann, zu gelangen. Am Abend sei es schließlich zu einem größeren Zwischenfall gekommen. Eine Aktivistin soll kurz nach 19 Uhr auf den Wal zugeschwommen sein, wie Bild berichtet. Die Frau näherte sich demnach bis auf etwa 50 Meter an das Tier.

Mitarbeiter der Walwache bemerkten die ungewöhnliche Situation und alarmierten umgehend die Wasserschutzpolizei. Nach Angaben der Sprecherin des Umweltministeriums aus Mecklenburg-Vorpommern wurde die 26-Jährige aus dem Wasser geholt und von Einsatzkräften versorgt. Sie war stark unterkuhlt und musste anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden.

Spendenaufrufe fur Wal – doch es scheitert nicht am Geld

Zudem gebe es auch zahlreiche Spendenaufrufe. Backhaus erklärte dazu: „Ich finde es grundsätzlich großartig, dass so viele Menschen bereit sind, dem Tier zu helfen – auch monetär.“ Doch die Rettung des Wals werde nicht wegen Geldmangels aufgegeben, sondern wegen seines Gesundheitszustands, der Belastung und der fehlenden Perspektive fur ihn.

Wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete, liegt das Tier seit dem 31. März an der gleichen Position und gibt weiter Geräusche von sich. Demnach stoße der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus. Die aufgebauten Wassersprenger benetzen das verletzte Tier zudem weiter mit Wasser.

Update vom 11. April, 12:08 Uhr: Der Verein „Pixel-Helper“, der sich selbst als Organisation fur Menschen- und Tierrechte nach den Idealen der Freimaurer bezeichnet, ist mit einem Eilantrag beim Land Mecklenburg-Vorpommern gescheitert. Das Verwaltungsgericht lehnte die Forderung nach neuerlichen Rettungsmaßnahmen ab. Die Begrundung: Der Verein ist nicht berechtigt, einen solchen Antrag zu stellen.

Fur MediaMarkt-Millionär Walter Gunz ist die Causa damit aber noch nicht erledigt. Er drängt weiterhin auf eine weitere Aktion vor der Insel Poel. Der Plan: Ein Wal-Spezialist aus Husum soll dem Buckelwal ein Antibiotikum in die Schwanzflosse spritzen, dann mit einem Bagger ein Loch in der Bucht ausgehoben werden, durch das der Wal ins tiefere Wasser rutscht. Dem Vernehmen nach war dieser Vorschlag bereits am Freitag diskutiert, von Umweltminister Backhaus und den zuständigen Behörden aber strikt abgelehnt worden. Fachleute hatten bereits zuvor betont, der Wal uberlebe solche Maßnahmen nicht, sie wurden ihm nur Schmerzen zufugen.

Aber Gunz gibt nicht auf. „Der Burokratie-Dschungel ist schwierig zu uberwinden. Ich versuche, eine gemeinsame Lösung mit Herrn Backhaus zu erreichen“, sagt der Millionär der Bild. Er stehe mit dem Minister in Kontakt.

Ostsee-Wal hat weitere Nacht uberlebt

Update vom 11. April, 7:30 Uhr: Der Buckelwal hat auch die Nacht auf Samstag uberlebt. Live-Bilder von News5 zeigen das Tier vor Insel Poel, es bläst Wasserfontänen.

Update vom 10. April, 21:15 Uhr: Nachdem der Plan von MediaMarkt-Grunder Walter Gunz, den Wal mit einem Bagger freizuschaufeln, abgelehnt wurde (siehe Update vom 10. April, 13:12 Uhr), versammelten sich am Freitag Medienberichten zufolge Demonstranten an der Bucht. Laut Bild-Informationen forderten manche, dass der Rettungsversuch mit dem Bagger durchgefuhrt wird. Andere wollten, dass Timmy von seinem Leid erlöst wird – wie auch Rentnerin Karin Kuschy: „Ich kann seit Tagen nicht schlafen. Ich verfolge den Wal seit Tag eins. Jetzt bin ich hier direkt in der Nähe von dem Tier, aber kann ihm trotzdem nicht helfen. Es ist eine Quälerei. Dann sollte man das Tier wenigstens erlösen!“, sagte sie gegenuber Bild.

Update vom 10. April, 18:05 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigt sich „tief betroffen“ von dem Drama rund um den vor Wismar in der Ostsee gestrandeten Wal. „Diese aufgeheizte Stimmung, die in Teilen von Social Media abläuft sowie in anderen Bereichen, macht mich traurig, tief traurig“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Drohungen gegen Behörden, Wissenschaftler und Helfer könne er nicht akzeptieren. Er mache den Job seit vielen Jahren, „aber eine solch extreme Situation auch von Anfeindungen und von Vorwurfen, die schlicht und ergreifend unwahr sind, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt“. Private Einmischungen dieser Art seien ihm bisher fremd gewesen.

Auch Fake News seien demnach im Umlauf – unter anderem zu größeren Bewegungen des Wals, die tatsächlich eher minimal waren, sowie zu vermeintlich unterlassener Hilfeleistung, sagte er. Diskussionen seien berechtigt, aber es sei wichtig, dabei den Anstand zu wahren. Backhaus betonte, dass alle versuchen, dem Wal zu helfen und er lasse sich dazu auch extern wissenschaftlich beraten. „Ich bin der festen Überzeugung, wir haben richtig gehandelt“, so der SPD-Politiker.

Der Wal sei orientierungslos und habe schwerste Verletzungen auf dem Rucken und an der Seite. Alle Experten sagen demnach: „Lasst ihm seine Ruhe – ein Eingriff wurde diesem Tier massive Schäden zufugen.“ Der Buckelwal sei so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise demnach nicht schaffen werde. Das musse man anerkennen, so Backhaus.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe aktuell die Begleitung des Wals „bis zur letzten Minute“. Backhaus sei dankbar fur den Einsatz der freiwilligen Helfer rund um die Strandung. Der gestrandete Buckelwal lebt und liegt derzeit weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel, an der er seit mehr als einer Woche festsitzt. „Er ist unter Kontrolle und in Begleitung, und ich nehme die Sache nach wie vor sehr ernst“, so der Umweltminister. Fur ihn sei die Situation rund um den Wal eine „Tragödie“ und er sei „tief betroffen“. „Wir machen nun palliative Maßnahmen. Wenn man es bildlich betrachten will, ist er im Hospiz“, sagte er. 

MediaMarkt-Grunder will Wal retten

Update vom 10. April, 13:12 Uhr: Hinter dem privaten Bagger-Angebot, das beim Expertentreffen am Freitagvormittag diskutiert und abgelehnt wurde, steckt ein prominenter Name: MediaMarkt-Grunder Walter Gunz. Der Multimillionär will die Rettung von Buckelwal Timmy auf eigene Kosten finanzieren. „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“, sagte er gegenuber der Bild.Umgesetzt werden soll der Plan mit Oliver Bienkowski von der Organisation Pixel-Helper. Zunächst soll Timmy Antibiotika in die Schwanzflosse gespritzt bekommen, dann ein Bagger ein Loch vor dem Tier ausbaggern, damit er ins tiefere Wasser rutschen kann. Parallel laufen Verhandlungen uber einen Katamaran, der Timmy im Erfolgsfall bis in den Atlantik bringen soll.

Das Umweltministerium lehnte den Plan bereits ab. Gunz ließ sich davon nicht beirren: „Dann muss ich mit meinem Anwalt besprechen, was noch machbar ist.“

Umweltministerium lehnt weitere Rettungsversuche ab

Update vom 10. April, 12:39 Uhr: Nach einer Lagebesprechung am Freitagvormittag (10. April) steht fest: Der gestrandete Buckelwal vor der Insel Poel hat die Nacht uberlebt und atmet weiterhin. Ministeriumssprecher Claus Tantzen bestätigte, dass das Tier in der Nacht zudem leichte Aktivitäten gezeigt habe.Rettungsversuche bleiben aus Tierschutzgrunden ausgeschlossen. Das Umweltministerium erteilte zudem einem privaten Angebot eine klare Absage: Eine Gruppe hatte angeboten, den im Schlick liegenden Wal freizubaggern. „Man wurde das Tier nur weiterem Stress aussetzen und musste davon ausgehen, dass es bei nächster Gelegenheit wieder strandet“, so Tantzen. Die 500-Meter-Schutzzone rund um den Wal bleibt bestehen.

Ruckendeckung erhält die Entscheidung nun auch von internationaler Seite: Das Strandings Expert Panel der Internationalen Walfangkommission (IWC SEP) unterstutzt den Kurs der Behörden ausdrucklich. Auch die Experten des Gremiums betonen, dass weitere Rettungsversuche das Leiden des Tieres nur verlängern wurden. Fachleute gehen davon aus, dass der Wal im Sterben liegt – die fehlende Reaktion auf Boote gilt laut WDC-Expertin Bianca König als Zeichen des einsetzenden Sterbeprozesses.

Gruppe soll angeboten haben, einen weiteren Rettungsversuch zu wagen

Update vom 10. April, 10:51 Uhr: Kommt heute die uberraschende Wende um den Buckelwal? Laut Bild-Informationen soll bei einer Lagebesprechung mit Umweltminister Backhaus heute auch eine neuerliche Bagger-Aktion diskutiert worden sein. Demnach habe eine Gruppe angeboten, noch einen Rettungsversuch zu wagen.

Das Umweltministerium war fur Nachfragen bislang nicht erreichbar. Von der zuständigen Wasserschutzpolizei heißt es nur, am aktuellen Auftrag habe sich bislang nichts geändert. Der lautet: Den Sperrbereich auf dem Wasser vor der Insel Poel freizuhalten.

Wal atmet noch: Wasserfontäne vor Insel Poel

Update vom 10. April, 7:09 Uhr: Der Wal atmet noch. Seit Sonnenaufgang ist der Buckelwal auf Live-Bildern von News5 wieder zu erkennen. Auch zu sehen: Wasserfontänen, die er in die Höhe schießt. Wie lange sich sein Todeskampf vor der Insel Poel noch hinziehen wird, ist auch fur Fachleute schwer abzuschätzen. Bis zu drei Tage könnte es dauern, so die vorsichtige Schätzung von WDC-Expertin Bianca König. Wenn der Wal uber eine Stunde lang nicht atmet, gelte er als tot.

Update vom 9. April, 19:20 Uhr: Buckelwal Timmy liegt weiterhin sterbend vor der Insel Poel. Fachleute haben alle Rettungsversuche aufgegeben, der Wal soll in Ruhe sterben. Nun schaltet sich auch die Gemeinde Poel offiziell in die aufgeheizte Debatte ein. Die parteilose Burgermeisterin Gabriele Richter wandte sich am Donnerstag (9. April) auf der Facebook-Seite der Insel an die Öffentlichkeit.

Die Gemeinde distanziere sich ausdrucklich von Personen, die „ohne jegliche fachliche Qualifikation den zuständigen Stellen ein vorsätzliches, kriminelles Handeln zum Nachteil des Wales vorwerfen oder sogar Morddrohungen gegen einzelne Personen aussprechen“.

Gleichzeitig zeigte man sich seitens der Gemeinde verständnisvoll: „Wir verstehen, dass Menschen Anteil an dem Schicksal des in der Kirchsee gestrandeten Buckelwals nehmen.“ Die Gemeinde stehe aber hinter dem Plan, das Tier zur Ruhe kommen zu lassen und „insbesondere rucksichtslose Schaulustige vom Tier fernzuhalten“.

 Umweltministerium klärt uber Kosten fur Rettungseinsatz auf

Update vom 9. April, 14:37 Uhr: Rund um das Drama um den in der Wismarer Bucht gestrandeten Buckelwal Timmy und den andauernden Rettungseinsatz wurden konkrete Zahlen genannt. Laut dem Sprecher des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, Claus Tantzen, halten sich die Kosten in einem uberschaubaren Rahmen. „Die sind wirklich marginal. Wir sprechen hier von um die 1000 Euro“, erklärte er der Bild. „Die meisten Helfer arbeiten ehrenamtlich, nehmen keinen Lohn fur ihre Muhen. Bei den Behördenmitarbeitern fallen Überstunden an, das erzeugt keine weiteren Kosten.“

Um kunftig auf ähnliche Fälle vorbereitet zu sein, zeigt sich Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt offen fur neue Ideen zum Schutz von Walen. „Jede Strandung von Großwalen in Kustengewässern ist individuell, und warum Buckelwal ‚Timmy‘ gestrandet ist, ist noch nicht abschließend erklärt“, sagte er der dpa

Ob gestrandete Wale durch menschliche Hilfe wieder tiefere Gewässer erreichen können, musse von Fall zu Fall entschieden werden. Der Grunen-Politiker erklärte: „Die Erfolgschancen sind vom Zustand des betroffenen Wales, der betroffenen Art und den örtlichen Gegebenheiten abhängig.“ 

Update vom 9. April, 12:05 Uhr: Obwohl Buckelwal „Timmy“ weiterhin Regung zeigt, stehen die Chancen fur ein Überleben nicht gut. Fachleuten zufolge liegt der vor Wismar gestrandete Wal im Sterben. Das lässt auch Urlauber auf der Insel Poel nicht kalt. Tourist Boris aus Berlin möchte die Hoffnung an das Tier nicht aufgegeben, wie er der dpa sagte: „Ich hoffe fur den Wal, dass er dort irgendwie noch rauskommt, na klar. Solange ich seine Fontäne sehe, denke ich: ‚Man, der will doch leben.‘“ 

Die Lage des in der Ostsee festsitzenden Buckelwals „Timmy“ hat sich nicht verändert. © Marcus Golejewski/dpa

Poel-Urlauberin Beate aus dem Munsterland ist weniger optimistisch. „Es beruhrt einen auf jeden Fall“, erklärte sie. „Man sollte ihm das Leiden so gut wie möglich erträglich machen und wunschen, dass er bald sterben kann.“

Update vom 9. April, 8:19 Uhr: Experten sind mittlerweile uberzeugt, dass der Buckelwal „Timmy“ bald sterben wird. Dennoch zeigt der Meeresgigant weiterhin Lebenszeichen. Die Ostsee Zeitung meldete, dass er sich am Mittwoch (8. April) einige Meter bewegt habe. Sein Kopf habe sich in die Richtung gedreht, in der die Bucht ins offene Meer mundet – was sein Weg in die Freiheit hätte sein können. Eine offizielle Bestätigung dieser Beobachtungen liegt jedoch nicht vor.

Update vom 9. April, 7:33 Uhr: Der gestrandete Buckelwal vor der Insel Poel steht kurz vor dem Tod, wie Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) bestätigt. Alle Bemuhungen zur Rettung des Tieres wurden eingestellt. Erstmals wurden die genauen Maße des Wals veröffentlicht: Er misst 12,35 Meter in der Länge und wiegt etwa zwölf Tonnen. Dieses Gewicht hat ihn 50 bis 60 Zentimeter tief in den Schlickboden gedruckt.

Der gestrandete Buckelwal vor Poel liegt im Sterben, die Rettungsversuche sind gescheitert. © Florian Manz/dpa

Am Wochenende traten durch den gesunkenen Wasserstand neue Verletzungen zutage, die laut Umweltminister Backhaus möglicherweise von einer Schiffsschraube verursacht wurden. Burkard Baschek, Direktor des Meeresmuseums, erklärte den Verzicht auf weitere Rettungsmaßnahmen deutlich: Die Erfolgsaussichten seien „dermaßen gering, dass wir weitere Versuche als absolute Tierquälerei ansehen“, so der NDR. Die Behörden treffen bereits Vorkehrungen fur den Tod des Wals. Der Kadaver soll nach Stralsund transportiert und dort obduziert werden. Das Skelett könnte der Universität Rostock fur Forschungs- und Lehrzwecke zur Verfugung gestellt werden.

Update vom 8. April, 17:45 Uhr: Buckelwal Timmy hat seine mehrfache Strandung in der Ostsee uberlebt – und ist damit laut der Internationalen Walfangkommission (IWC) ein weltweiter Einzelfall. „Noch nie ist beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Kuste strandet und weiterlebt“, erklärte Till Backhaus (SPD), Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns. Das habe die IWC in einem Schreiben an das Ministerium erklärt.

„In Mecklenburg-Vorpommern kamen Strandungen bisher selten vor, in der gesamten Ostseeregion ist es allerdings kein seltenes Ereignis“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund der Deutschen Presse-Agentur. Es ist die erste Lebendstrandung eines Großwals in Mecklenburg-Vorpommern seit zehn Jahren. Das letzte vergleichbare Ereignis liegt noch länger zuruck: Vor rund 200 Jahren strandete ein Finnwal vor Rugen – sein Skelett hängt heute im Deutschen Meeresmuseum Stralsund. 

Das Schicksal des Meeresriesen ist nun besiegelt. „Die Entscheidung, keine Rettungsversuche zu unternehmen, weil sie dem Tier mehr schaden als nutzen wurden, ist mir so schwergefallen, wie wohl keine andere in meinem bisherigen politischen Leben“, so Backhaus. „Kein ernstzunehmender Experte auf der Welt“ hätte ein anderes Vorgehen empfohlen, wird der Minister deutlich.

Update vom 8. April, 15:45 Uhr: Warum wird der gestrandete Wal nicht getötet? Diese Frage taucht immer häufiger auf. Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland erklärte gegenuber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): Eine Tötung des Tieres steht derzeit nicht zur Debatte.

Fachleute können nichts mehr fur den gestrandeten Buckelwal tun, außer seine Schmerzen zu lindern. © Marcus Golejewski/picture alliance/dpa

Das Einschläfern scheidet aus, weil es bei derart großen Säugetieren in der Praxis kaum Erfahrungswerte gibt. Die Gefahr einer zu niedrigen Dosierung der Beruhigungsmittel, die vor der eigentlichen Tötung gegeben werden, ist erheblich. „Man kann nicht ausschließen, dass er die Tötung bei vollem Bewusstsein miterlebt“, sagte die Expertin. Auch eine zu hohe Dosis könne problematisch sein. Idealerweise werden Tiere zunächst sediert, schlafen friedlich ein und erhalten dann das tödliche Präparat. Bei Timmy lasse sich dieser Ablauf jedoch nicht garantieren.

Auch Erschießen sei keine Alternative – unter anderem, weil sich kaum präzise bestimmen lässt, wo der Schuss angesetzt werden muss. Mehrere Schusse könnten dann notwendig werden.

Die drastischste, aber vermutlich wirksamste Methode wäre laut König, einen Sprengsatz unter dem Kopf zu platzieren und diesen zu sprengen. Ethisch sei das jedoch inakzeptabel, zumal zahlreiche Schaulustige vor Ort sind. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Walkörper dabei aufreißt und Proben fur spätere wissenschaftliche Untersuchungen zerstört werden. „Alle drei Möglichkeiten der aktiven Tötung wurden ausgeschlossen, und entschieden, den Wal auf naturliche Weise sterben zu lassen“, betonte König.

Ostsee-Wal liegt schon im Sterben

Update vom 8. April, 13:35 Uhr: Nach Einschätzung von Fachleuten liegt der vor Wismar gestrandete Buckelwal bereits im Sterben. König erklärte gegenuber der dpa, die fehlende Reaktion des Tieres auf Boote deute darauf hin. Wann genau der Tod eintritt, hänge von mehreren Faktoren ab. „Der Wal hat mehrere Baustellen, die ihn beeinträchtigen und dafur sorgen werden, dass er sterben wird“, so König. Das Ende könne bereits heute Abend kommen oder sich noch bis zu drei Tage hinziehen. Bleibe die Atmung eine Stunde lang aus, gelte das Tier als tot.

Das Hauptproblem sei das Gewicht des Tieres und die geringe Wassertiefe: „Wale brauchen die Schwerelosigkeit im Wasser, das Gewicht wird immer weiter auf die Organe drucken, das fuhrt zu Organversagen und Kreislaufkollaps“, erklärte König. Entscheidend seien der Auftrieb im Wasser sowie der Gesamtzustand des Tieres.

Hinzu kommt die Schädigung der Haut durch den niedrigen Salzgehalt der Ostsee: Die Haut ist bereits eingerissen. „Es bilden sich Blasen und die werden von Möwen angepickt“, beschreibt König. Pilze und Bakterien könnten die Wunden befallen und sich im gesamten Organismus ausbreiten, was den Wal weiter schwäche.

Bereits Anfang März wurde ein Großteil eines Fischereinetzes – zwischen 50 und 70 Meter – aus dem Maul des Tieres entfernt, wie das Umweltministerium in Schwerin mitteilte. Reste des Netzes könnten sich allerdings noch im Körper des Wales befinden. In den vergangenen Tagen war das Netz im Maul wiederholt Thema von Diskussionen gewesen.

Buckelwal Timmy wird dem Tod uberlassen

Update vom 8. April, 9:53 Uhr: Buckelwal Timmy lebt offenbar noch. Auf Live-Bildern von News5 ist zu sehen, dass das vor der Insel Poel festsitzende Tier weiterhin Fontänen aus dem Wasser schießt. Der Wal atmet.

Fest steht aber auch: Der Meeressäuger liegt im Sterben und wird aller Voraussicht nach an der Ostseekuste verenden. Fur Rettungsversuche ist er durch die Zeit in der Ostsee zu geschwächt und fur ein Freischwimmen fehlen gute 60 Zentimeter Wasser (siehe Update vom 7. April, 20:55 Uhr).

Selbst wenn es dem Wal wie durch ein Wunder doch gelingen sollte, noch einmal von der Kuste wegzukommen, wäre das außerdem leider keine Rettung. Seine Haut ist enorm geschädigt, dadurch haben sich vermutlich Infektionen breitgemacht. Außerdem wurden zuletzt Verletzungen sichtbar, die auf einen Zusammenstoß mit einem Boot oder Schiff hindeuten. Davon könnte er Knochenbruche und innere Verletzungen davongetragen haben.

Die Tierschutzorganisation WDC erklärt, man wurde erst von einer Rettung sprechen können, wenn sich der Wal im Atlantik befindet und sich normal verhält. Dazu wird es wohl nicht kommen. Zu allen körperlichen Leiden kommt hinzu, dass dem Wal eine Fischereileine im Maul feststeckt. Diese behindert ihn beim Jagen und Essen – das könnte ein Mitgrund fur die vergangenen Strandungen gewesen sein.

Buckelwal wird in der Ostsee sterben – Minister trifft „eine der schwersten Entscheidungen“

Update zum 7. April, 20:55 Uhr: Fur den gestrandeten Wal gibt es keine Hoffnung mehr. Nach mehrtägigen wissenschaftlichen Untersuchungen kamen Experten auf der Insel Poel zu einem eindeutigen Ergebnis: Das Tier wird an der Ostseekuste verenden. Das Tier soll weder lebend geborgen werden, noch werde es sich aus eigener Kraft befreien können, wie die Experten bei einer Pressekonferenz auf der Insel Poel mitteilten. „Das ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich in meinen 28 Jahren als Minister treffen musste“, betonte SPD-Minister Backhaus.

Seit rund einer Woche liegt der Wal an derselben Stelle vor Poel. © Philip Dulian/dpa

Der Buckelwal liegt auf dem Meeresgrund. Aktuell beträgt der Wasserstand 1,40 Meter. Das Tier liege „in einer Mulde im sehr weichen Sediment von etwa 30 Zentimetern“, der Rucken rage rund 40 Zentimeter aus dem Wasser, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek. Um sich aus eigener Kraft freizuschwimmen, bräuchte der Wal noch 60 Zentimeter mehr.

Umweltminister Backhaus schlägt Wal-Koordinierung vor

Update vom 7. April, 17:52 Uhr: Angesichts des Dramas um den an der Ostseekuste gestrandeten Buckelwal hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) fur kunftige Fälle eine Wal-Koordinierung mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein angeboten. Der nächste Wal werde kommen, nicht zuletzt als Folge des Klimawandels. „Wir mussen uns mehr um diese wunderbaren Tiere kummern“, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Der Wal ist zum vierten Mal an der Ostseekuste gestrandet und liegt derzeit vor der Insel Poel. Überlegungen, das Tier noch zu retten, schlossen die Experten endgultig aus. Der Wal ist nicht transportfähig und sehr geschwächt, sagte Stephanie Groß vom Institut fur terrestrische und aquatische Wildtierforschung. Es sei auch davon auszugehen, dass der Wal bereits Organschäden habe. Der Meeresforscher Burkard Baschek sagte, nach Berichten von anderen Walexperten sei die Situation des vor Wismar liegenden Buckelwals weltweit einmalig. Es sei laut den Experten das erste Mal, dass ein Buckelwal viermal strandet.

Buckelwal vor der Ostsee soll in Ruhe gelassen werden

Update vom 7. April, 16:43 Uhr: Der allgemeine Konsens auf der Pressekonferenz: Der Buckelwal soll ab jetzt in Ruhe gelassen werden. „Man lässt es in Ruhe sterben“, sagt Stephanie Groß vom ITAW. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Transportfähigkeit des Tieres nicht gewährleistet ist. Rettungsmöglichkeiten gebe es keine. SPD-Minister Backhaus könne alle Maßnahmen zur Sterbehilfe nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. „Das machen wir nicht.“ Und der Minister ist sichtlich betroffen: „Das ist eine meiner schwersten Entscheidungen, die ich je treffen musste.“ Stirbt der Buckelwal in der Ostsee, musse er bald geborgen werden. Der Körper soll dann der Forschung bereitgestellt werden.

Update vom 7. April, 16:30 Uhr: „Buckelwale brauchen sehr viel Zeit, um zu sterben“, sagt Meeresbiologe Baschek auf der Pressekonferenz. Wie lange der gestrandete Wal also benötigt, ist unklar. Das Konzept zur Bergung des Tiers, sobald es stirbt, liege aber schon vor, erklärt SPD-Minister Backhaus. Fur die Vorbereitung seien zwei Tage nötig, fur die Bergung ein Tag. Nach dem Tod soll die Todesursache ermittelt werden. „Das kann ich Ihnen zusichern“, so Backhaus. „Wir werden das Tier bergen.“ Wie viel die Maßnahmen rund um den gestrandeten Wal kosten, ist derzeit noch unklar.

„Der Wal ist nicht zu retten“, hält Backhaus auf Nachfrage fest. Er soll in Ruhe gelassen werden. Gleichzeitig wird aber auch ausgeschlossen, das Tier „von seinem Leid zu erlösen“, etwa durch eine Harpune. Es seien „drei, vier Varianten“ gepruft, aber als inakzeptabel ausgeschlossen worden.

Update vom 7. April, 16:20 Uhr: Der Buckelwal liegt derzeit in einer Mulde in der Ostsee. Ein Teil seines Ruckens ragt aus dem Wasser heraus. Aus eigener Kraft kann er sich nicht freischwimmen, sagt Meeresbiologe Baschek auf der Pressekonferenz. Dafur sei der Wasserstand zu niedrig. Die Aussichten seien demnach nicht gut. Das Tier sei sehr geschwächt und habe noch immer Seilreste im Maul.

„Der Allgemeinzustand hat sich verschlechtert“, sagte Stephanie Groß vom ITAW. Die Atmung sei zwar regelmäßig, auf das Boot der Tierschutzer habe der Wal aber nicht reagiert. Die Hautveränderungen hätten sich erheblich verschlechtert. Die Haut reißt auf und wirft Blasen. „Wir wurden auf alle Fälle davon abraten, das Tier lebend zu bergen.“ Das wurde sonst dem Tier erhebliches Leid zufugen. Damit ist die Katamaran-Rettung kein Thema mehr. Sterbehilfe sei aber ausgeschlossen, betont Umweltminister Backhaus. Das Tier soll damit in Ruhe gelassen werden.

Update vom 7. April, 16:09 Uhr: Wie geht es mit dem Buckelwal in der Ostsee weiter? Über die Feiertage habe man alles ubernommen, um dem Wal zu helfen, versicherte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus in einer Pressekonferenz. „Uns ging es immer um den Wal.“

Tierschutzerin uber Pläne zum gestrandeten Ostsee-Wal irritiert

Update vom 7. April, 13:23 Uhr: Was passiert mit dem todkranken Buckelwal in der Ostsee? An den Osterfeiertagen wurde kurzzeitig erwogen, ein Spezialboot aus Dänemark einzusetzen – der Plan wurde jedoch rasch wieder aufgegeben. Das Tier wurde eine solche Maßnahme wohl nicht uberleben. Umweltminister Backhaus hält dennoch an der Hoffnung fest: Ein Gutachten soll nun klären, ob ein letzter Rettungsversuch noch möglich ist.

Die anhaltende Diskussion uber mögliche Rettungsversuche stößt bei der Tierschutzorganisation Whale & Dolphin Conservation (WDC) auf großes Unverständnis. „Wir können es uberhaupt nicht nachvollziehen“, sagt WDC-Sprecherin Bianca König der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Man habe sich eigentlich bereits darauf geeinigt, das Tier sterben zu lassen und ihm dabei so wenig Leid wie möglich zuzufugen.

Dass ein Abschleppen des Wals – etwa mit dem dänischen Katamaran – zum Scheitern verurteilt wäre, war unter Fachleuten bereits weit vor den Osterfeiertagen unstrittig. Das salzarme Wasser der Ostsee hat die Haut des Tieres stark geschädigt. „Die Gurte wurden seiner geschädigten Haut schlimme Verletzungen und dem Wal extreme Schmerzen zufugen“, erklärt König.

Die WDC ist keine Rettungsorganisation und daher nicht selbst am Einsatzort. Ihre Beurteilung der Lage stutzt sie auf Meldungen der vor Ort tätigen Einsatzkräfte. König betont, niemanden treffe eine Schuld am bisherigen Verlauf des Geschehens. Jetzt aber musse man die unangenehme Wahrheit akzeptieren: Die Rettungschancen sind extrem gering und schwinden unaufhaltsam.

„Unsere Haltung ist klar“, sagt König, „wir sollten den Wal in Ruhe lassen, auch wenn es schwer fällt.“ Selbst eine erfolgreiche Befreiung des Tieres wäre noch lange keine Rettung. Die Fischereileine, die dem Wal im Maul steckt, wurde ihn dauerhaft beim Fressen behindern. Zudem ist seine Haut aufgeweicht und anfällig fur Infektionen. Hinzu kommen Verletzungen, die zuletzt entdeckt wurden und auf eine Kollision mit einem Schiff schließen lassen. Ob das Tier dabei Knochen gebrochen hat oder innerlich verletzt wurde, lässt sich kaum beurteilen.

Auch die WDC leidet unter dem absehbaren Tod des Tieres. König zufolge will die Organisation den Fall aber zum Anlass nehmen, auf das Schicksal jener Wale und Delfine aufmerksam zu machen, die abseits der Öffentlichkeit verenden. Weltweit kämen jährlich 300.000 dieser Tiere ums Leben, weil sie sich in Fischernetzen oder Leinen verfangen, so König.

„Wir geben den Wal nicht auf“: Minister will alle Rettungsmöglichkeiten ausschöpfen

Update vom 7. April, 9:45 Uhr: Die Hoffnung auf eine Rettung des gestrandeten Buckelwals Timmy schwindet. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hält ein Überleben des Tieres mittlerweile fur zunehmend unwahrscheinlich. Der Wal liegt weiterhin in der Bucht vor Poel, sein Zustand hat sich nicht gebessert. Fur heute erwarten die Behörden ein Gutachten von Meeresbiologen und Veterinären, das den Gesundheitszustand des Tieres bewerten und Klarheit uber dessen Überlebenschancen schaffen soll. Backhaus betont: „Wir geben den Wal nicht auf – bis zum letzten Atemzug.“

Update vom 6. April, 21:34 Uhr: Der Wal steckt weiterhin in der Ostsee fest. Nachdem ein neu aufgesetzter Plan zur Rettung des Tieres via Spezial-Katamaran verworfen wurde, soll sich nun wohl am Dienstag entscheiden, wie es mit ihm weiter geht. Dann wird ein gesundheitliches Gutachten von Meeresbiologen und Veterinären zum Gesamtzustand des Wals erwartet.

Dieses Gutachten könnte zum entscheidenden Punkt uber die Zukunft des Wals werden. „Wir werden morgen die finale Entscheidung treffen mussen“, sagte auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag auf einer Pressekonferenz. Das Gutachten soll einen endgultigen Aufschluss uber die Überlebenschancen des Buckelwals liefern und damit auch final klären, ob und in welcher Form weitere Rettungsversuche noch sinnvoll sind.

Katamaran-Rettung abgeblasen: Überlebenschancen von Wal gering

Update vom 6. April, 16:45 Uhr: Der Einsatz des Katamarans zur Rettung des Wals wird nicht durchgefuhrt. Experten schätzen die Überlebenschancen des Tiers als zu gering ein. Allerdings könnte die Natur selbst eingreifen: Laut Bild steigt der Wasserstand in der Bucht, wo der Buckelwal gestrandet ist, wider Erwarten um knapp 40 Zentimeter uber den normalen Pegel – mehr als ursprunglich am Sonntag prognostiziert. Das reicht jedoch nicht aus, damit der Wal sich aus eigener Kraft befreien kann.

Update vom 6. April, 13:40 Uhr: Der vor der Ostseekuste Mecklenburg-Vorpommerns gestrandeter Wal kann nach Einschätzung aller befragten Experten nicht lebend geborgen werden. „Derzeit gibt es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der uns zu solch einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren Qualen ausgesetzt wurde“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag. Noch am Sonntag hatte er erwogen, das Tier mit einem Katamaran oder anderem Gerät in Sicherheit zu bringen – nun ist diese Option vom Tisch.

„Dass es solch einen Versuch uberleben wurde, ist nach Ansicht aller Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich“, so Backhaus weiter. Dennoch will der Minister nicht aufgeben – er sicherte zu, dem Tier beizustehen „bis zum letzten Atemzug“. „Wir haben nichts unversucht gelassen, um dem Tier zu helfen und Untersuchungen um und am Wal durchgefuhrt“, betonte er.

Am Montag war sein Zustand weitgehend unverändert: Der Wal atmet noch, es geht ihm aber nach Angaben des Ministers „sehr schlecht“. Fur Dienstag erwartet Backhaus eine „aktuelle Expertise nach der Begutachtung aus biologischer und veterinärmedizinischer Sicht“. „Das Tier liegt seit fast einer Woche an derselben Stelle.“

Parallel dazu soll die Wasserqualität in der Umgebung untersucht werden – gepruft wird, „ob von dem sterbenden Tier Gefahren fur die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht“.

Update vom 6. April, 9:45 Uhr: Der Buckelwal vor der Ostseekuste kämpft weiter ums Überleben. Gestrandet vor der Insel Poel bei Wismar liegt das bis zu 15 Meter lange Tier reglos auf dem Meeresgrund. Wie Bild unter Berufung auf die Polizei angibt, hat der Wal in der Nacht keine Aktivitäten gezeigt, aber in unregelmäßigen Abständen Töne von sich gegeben.

Behörden und Experten haben die Hoffnung fast aufgegeben, planen nun allerdings einen letzten Rettungsversuch. Ein Spezialkatamaran aus Dänemark soll den Wal mit Gurten vom Grund heben und lebend in offenes Wasser transportieren.

Der Pegel fiel in der Nacht auf –30 Zentimeter unter Normal. Weniger als befurchtet. Er soll zudem bis zum Dienstag nun wieder deutlich ansteigen. Das durfte dem Wal helfen, aber nicht genug. Der Wal liege in einer 60 Zentimeter tiefen Schlickmulde, heißt es bei Bild. „Das Wasser reicht nicht aus, dass er genugend Auftrieb erhält, um sich selbst freizuschwimmen“, sagte demnach ein Pressesprecher.

Update vom 5. April, 18:45 Uhr: Es verdichten sich neue Details zum Rettungsplan fur Buckelwal Timmy, der vor der Insel Poel in der Ostsee gestrandet ist. Ein dänisches Bergungsunternehmen hat einen Spezial-Katamaran angeboten, der den Meeressäuger lebend in die Nordsee transportieren soll.

Der geplante Ablauf sieht vor, dass Timmy diesmal nicht auf eigene Kräfte angewiesen ist. Stattdessen sollen bis zu einem Meter breite Gurte behutsam unter seinem Körper hindurchgespult werden, die ihn anheben und auf ein Netz betten. Von dort wurde das Spezialschiff ihn ins offene Meer bringen.

Zwei Hurden mussen jedoch zunächst genommen werden: Ein Expertenteam soll am Dienstag vor Ort den Gesundheitszustand des Wals prufen – Umweltminister Till Backhaus zufolge geht es dem Tier „wirklich ganz schlecht“, wird er von News5 zitiert. Parallel dazu ist eine rechtliche Prufung der Bergungsmaßnahme vorgesehen. Zusätzlich belastet wird Timmy durch Messergebnisse, die einen fur Buckelwale viel zu niedrigen Salzgehalt im Ostseewasser belegen.

Wal könnte mit Katamaran doch noch gerettet werden

Update vom 5. April, 16:59 Uhr: Umweltminister Till Backhaus (SPD) bringt einen möglichen Ausweg aus der Sackgasse ins Spiel. Ein Spezial-Katamaran, der sich derzeit in Dänemark befindet, könnte Buckelwal Timmy lebend in die Nordsee transportieren – Verhandlungen uber den Einsatz des Schiffes laufen laut Bild bereits. „Der ist in Dänemark, da wird verhandelt gerade. Der ist in der Lage sowas erfolgreich aufzunehmen im lebenden Zustand. Das ist in der Prufung.“

Bevor jedoch konkrete Schritte eingeleitet werden können, ist laut Backhaus ein medizinisches Gutachten unerlässlich: „Das Entscheidende ist, dass wir ein gesundheitliches Gutachten brauchen, dass der Wal uberhaupt eine Chance hat zu uberleben.“

Rettung des Wals kann laut Walforscher kaum funktionieren

Update vom 5. April, 12:53 Uhr: Der Schicksalsfall des Buckelwals Timmy, der vor der Insel Poel in der Ostsee gestrandet ist und fur den die aktiven Rettungsmaßnahmen bereits eingestellt wurden, bewegt nun auch die internationale Wissenschaft. Der renommierte Walforscher Dr. Iain Kerr erklärte gegenuber der Bild-Zeitung, warum die Rettung des Meeresriesen kaum funktionieren kann. Die Tiere wissen laut dem Experten nicht, dass man ihnen helfen möchte. „Er ist gestresst. Der Versuch zu helfen kann die Situation verschlimmern.“

Auch den Einsatz von Schall sieht Kerr kritisch. „Es ist fast unmöglich, einen Wal zu etwas zu bewegen, was er nicht will“, erklärt der Experte. Dem Rettungsteam macht der Experte keine Vorwurfe: „Mir scheint, dass die Retter alles in ihrer Macht Stehende getan haben.“ Gereicht hat es wohl leider trotzdem nicht, um den Wal zu retten. Trotz der Muhe sagt Kerr: „Die Optionen fur Timmy sind momentan leider duster.“ Die Ursache, weshalb sich Timmy in die Ostsee verirrte, bleibt weiter unklar. Forschende halten es fur möglich, dass der Wal wegen der Sonne in die Ostsee schwamm.

Gestrandeter Buckelwal ist verletzt

Update vom 5. April, 6:58 Uhr: Der gestrandete Buckelwal Timmy wird seit Freitag in der Ostsee mit Wasser bespruht, um seine Situation zu verbessern. Der Rucken des Wals ragt im seichten Wasser uber die Wasseroberfläche hinaus. Laut Berichten der letzten Tage ist die Haut des Tieres bereits stark beschädigt. Dennoch: „Der Wal atmet alle vier bis funf Minuten und gibt auch Laute von sich“, erklärte Backhaus am Samstag.

Durch den sinkenden Wasserstand werden nun weitere Verletzungen des Wals sichtbar, die zuvor nicht erkennbar waren, berichtete Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach seinem Besuch bei dem vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal. Der heftige Verdacht: Diese könnten möglicherweise von einer Schiffsschraube verursacht worden sein. Zudem seien Abdrucke zu sehen, die wahrscheinlich von einem Netz stammen.

Alle Beteiligten kamen zu dem Schluss, dass der Wal an dieser Stelle „seinen Platz gefunden„ habe. „Ich wunsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt“, ergänzte der Minister. Es sei nun offensichtlich, dass das Tier „am Ende das Zeitliche segnen muss“.

Update vom 4. April, 17:38 Uhr: Nach wie vor liegt der gestrandete Buckelwal an der Kuste von Poel. Die Feuerwehr hat einen Wassersprinkler neben ihm aufgebaut, um sein Leiden zumindest etwas zu lindern. Greenpeace-Sprecherin Daniela von Schaper erklärte der Bild, „dass keine weiteren Rettungsmaßnahmen sinnvoll sind, weil es ihm so schlecht geht.“ Auch den Wal zu erschießen oder einzuschläfern, ist laut von Schaper nicht möglich.

Aussichten fur Buckelwal Timmy schlecht

Update vom 4. April, 13:30 Uhr: Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht uberlebt. Umweltminister Till Backhaus (SPD) machte sich am Samstag erneut persönlich ein Bild von der Lage. Laut Backhaus atmet das Tier alle vier bis funf Minuten und gibt Laute von sich. Bereits am Morgen hatte ein Ministeriumssprecher bestätigt, dass sich der Zustand des Wals nicht verändert habe und es in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse gegeben habe.

Nach Ostern sollen Fachleute den Gesundheitszustand des Tieres erneut unter die Lupe nehmen: „Das ist fur alle weiteren Planungen wichtig“, so Backhaus. Seit Freitag befeuchten Einsatzkräfte der Feuerwehr die verletzte Haut des Wals regelmäßig mit Ostseewasser. Da sich die Windverhältnisse verändert haben, wurden die Sprinkler nach eingehender Beratung neu ausgerichtet, damit die Befeuchtung weiterhin gewährleistet bleibt.

Erneut wies Backhaus Kritik am Umgang mit dem Tier zuruck: „Wir kummern uns – bis zur letzten Minute.“ Die Situation sei fur alle Beteiligten physisch und psychisch sehr belastend. Der Minister bedankte sich fur die zahlreichen eingereichten Rettungs- und Bergungskonzepte und versicherte, diese sowohl technisch als auch unter Tierschutzgesichtspunkten sorgfältig zu prufen. Außerdem stellte Backhaus klar: Die in Rostock zu hörenden Sirenen stehen in keinem Zusammenhang mit dem Wal. Sie gehören zum kommunalen Warntag, an dem in Rostock und Schwerin Sirenen, Warn-Apps und Stadtinformationstafeln getestet wurden.

Update vom 4. April, 10 Uhr: Buckelwal Timmy liegt im Sterben vor der Insel Poel. Das Tierleid hat sich längst auch zu einer menschlichen Tragödie entwickelt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) berichtete von einer Zunahme von „Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnahme – bis hin zu Morddrohungen“ – auch gegen ihn selbst.

Eine Walforscherin, die seit mehr als 20 Jahren in ihrem Fachgebiet tätig ist und an der Rettungsmission beteiligt war, erhielt laut Informationen des Focus am Montag eine Morddrohung. Eine Anruferin beschwerte sich, warum die Helfer nichts gegen Vögel unternähmen, die Stucke aus der Haut des Wals picken. Als die Forscherin die Situation erklärte, sei das Gespräch eskaliert: „Dann meinte die Anruferin: Sie wunscht sich, dass wir genauso wie der Wal leiden und uns die Vögel bei lebendigem Leib totpicken sollen.“

Die Forscherin macht den öffentlich ausgetragenen Streit unter den Rettern mitverantwortlich. Im Fokus stand dabei vor allem auch der bekannte Meeresbiologe Robert Marc Lehmann. Dieser meldete sich mittlerweile in einer emotionalen Instagram-Story zu Wort. In dieser sprach er nicht nur uber die derzeitigen Rettungschancen, sondern richtet mit Blick auf die aufgeheizte Stimmung einen Appell an seine Community. „Ich möchte nicht, dass diese Misere, in der wir alle zusammenstecken, noch schlimmer wird. Ich bitte euch an dieser Stelle: Macht es nicht schlimmer, als es eh schon ist. Macht es bitte besser, als es aktuell ist – fur alle.“

Lage von Buckelwal weiter unverändert

Update vom 4. April, 8:15 Uhr: Buckelwal Timmy lebt noch – er hat die Nacht uberstanden. Ein Sprecher des Umweltministeriums bestätigte, dass das Tier weiterhin atmet. Die Lage sei unverändert, Störungen habe es nicht gegeben. Rund um den sterbenden Wal gilt weiterhin das Sperrgebiet: Mit einem Radius von 500 Metern uberwacht die Polizei am Karsamstag die Umgebung – zu Wasser und an Land. Die Wasserschutzpolizei hält das Expertenteam von Greenpeace dabei ständig uber Timmys Zustand informiert.

Ministeriumssprecher Claus Tantzen sagte gegenuber Bild, der Buckelwal solle am Karsamstag so wenig wie möglich gestört werden. Taucher oder Rettungskräfte mit Booten seien derzeit nicht vorgesehen. Erschwerend kommt hinzu: Da Timmy inzwischen deutlich weiter aus dem Wasser ragt, lässt sich von außen kaum noch erkennen, ob er noch atmet. Sollte dies unklar sein, soll ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Update vom 3. April, 21:28 Uhr: Die Berufsfeuerwehr befeuchte den aus dem Wasser ragenden Rucken des Wals alle zwei bis drei Stunden, hieß es in einer Mitteilung aus dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern vom Freitag. Der Wal werde rund um die Uhr bewacht, so Till Backhaus. Auch Naturschutzer Robert Marc Lehmann räumte ein, dass ein Entfernen möglicher Fischnetzreste aus dem Maul des Wals sinnlos wäre – und dem sterbenden Tier nur weiteres Leid bescheren wurde, heißt es. „Wir werden das Tier weiter begleiten – bis zum Schluss“, sagte der Umweltminister. Und weiter: „Wir mussen das Tier in Wurde gehen lassen. So schwer uns das auch fällt – gerade an Tagen wie diesen.“

Die folgende Bergung wird technisch anspruchsvoll: Die Wassertiefe in der Bucht beträgt lediglich 90 bis 110 Zentimeter. Minister Backhaus berichtet von Maßnahmen: „Ein Vermessungsboot hat bereits gestern behutsam das Terrain um den Wal sondiert, um damit die spätere Bergung des Tieres vorzubereiten. Auch eine Unterwasserdrohne ist gestern zum Einsatz gekommen. Damit haben wir nun erstmals Bilder von dem Tier, die seine Liegeposition und den Hautzustand darstellen. Die Aufnahmen werden nun tiermedizinisch ausgewertet.“

Update vom 3. April, 17:48 Uhr: Auf dem Rathausplatz in Wismar versammelten sich etwa 20 Menschen fur den sterbenden Buckelwal. Landwirtschaftsminister Till Backhaus hörte mehr als eineinhalb Stunden lang zu und ließ sich teils lautstark beschimpfen, so die Bild. Ein Demonstrant fragte demnach fassungslos: „Wir fliegen zum Mond und das schaffen wir nicht?“ , erwarf den Menschen vor, das Leid des Wals verursacht zu haben: „Die Schleppnetze, die er im Maul hat, sind vom Menschen.“

Der Minister erklärte der Zeitung indes, dem Wal in die Augen geschaut zu haben: „Diesen Eindruck, den ich dort mitgenommen habe, den werde ich in meinem ganzen Leben niemals, niemals, niemals vergessen.“ Ein Unterwasser-Roboter habe den Wal umfahren – er lebe noch, doch sein Zustand habe sich deutlich verschlechtert, er habe erheblich viele Hautplaquen verloren, so Backhaus. Zu der Maßnahme, das Tier mit Wasser zu befeuchten, erklärte er: „Wenn mir die Hochschule in Hannover sagt: ,Jawohl, das Befeuchten dieses Tieres macht Sinn, passt aber bitte auf, dass es nicht in seine Nase hineinkommt‘, dann haben wir das alles gemacht. Und insofern ist das eine verantwortungsvolle Maßnahme, die wir hier umgesetzt haben.“

Meeresbiologe begräbt Hoffnung fur Wal: „Bei 0,01 Prozent“

Update vom 3. April, 17:10 Uhr: Meeresbiologe Lehmann meldet sich auf Instagram erneut zu Wort und stellt klar: „Jetzt liegt die Chance aus meiner Sicht nicht mehr bei 0,1 Prozent, sondern bei 0,01 Prozent.“ Und weiter: „Wir befinden uns jetzt an einem Punkt, wo auch ich sagen muss: ‚Es ist nicht mehr sinnvoll – nichts Gutes, was man jetzt noch machen kann, gibt es fur diesen Wal.‘“ Er fordert eine Aufarbeitung mit allen Beteiligten und wendet sich an die Entscheidungsträger.

Update vom 3. April, 16:06 Uhr: In einer Mitteilung erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), dass Helfende „verbalen Angriffen“ ausgesetzt seien. „Bedauerlicherweise nehmen seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass das Tier nicht zu retten sein wird, die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnahme zu – bis hin zu Morddrohungen“, so Backhaus. 

Vorbereitungen fur Zeit nach Tod von Buckelwal getroffen

Update vom 2. April, 13:50 Uhr: Behörden und Experten sehen fur den wochenlang vor der Ostseekuste umherirrenden Buckelwal keine Hoffnung mehr. Am Mittwoch wurden von offizieller Seite die aktiven Bemuhungen zur Rettung des in flachem Wasser vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern festliegenden Meeressäugers eingestellt.

Währenddessen versuchten zahlreiche Menschen im Rahmen einer Demonstration, auf das Schicksal des Wals aufmerksam zu machen (siehe vorheriges Update). Wie die Bild unter Berufung auf den Landkreis Nordwestmecklenburg berichtet, sei die Versammlung von einer Privatperson angemeldet worden. Rund 500 Personen seien angemeldet worden, doch die Nachfrage am Mittag blieb dann weit hinter den Angaben zuruck. Wie die Zeitung unter Berufung auf die Polizei berichtet, haben sich bis zum Mittag rund 50 Menschen vor Ort zusammengefunden.

Update vom 2. April, 11:45 Uhr: Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal Timmy hat sich bislang nicht mehr von der Stelle geruhrt. Das Tier habe sich bis Donnerstagmorgen (2. April) „nicht bewegt und atmet etwa alle funf Minuten“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund der Nachrichtenagentur afp zufolge. Der Meeressäuger werde weiterhin von Experten aus der Ferne beobachtet. Dabei zeigten sich im Vergleich zum Mittwoch keine Änderungen.

Indes soll ab 11 Uhr eine Demonstration im wenige Kilometer entfernten Ort Kirchdorf auf der Insel Poel stattfinden. In einer Ankundigungsgrafik, die in den sozialen Medien kursiert, ruft die Privatinitiative „Save the Ocean“ zu einer Demo auf, um den gestrandeten Buckelwal doch noch zu retten. „Die letzte Chance, den Buckelwal Hope zu retten!“, heißt es dort.

Und weiter: „Wir brauchen Robert Marc Lehmann & sein Team jetzt beim Wal!“ Vom bekannten Meeresbiologen, der zuvor an den Rettungsmaßnahmen beteiligt war, wurde seit gestern auf seinen Onlinekonten jedoch nichts mehr verlautbart. Zur Demo angemeldet wurden, Bild-Informationen zufolge, 500 Personen, gekommen seien der Polizei zufolge zunächst aber nur 50.

Update vom 2. April, 9:05 Uhr: Wie die Bild unter Berufung auf Experten von Greenpeace berichtet, atmet der Buckelwal noch. Zuvor habe der vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht liegende Meeresriese scheinbar keine Lebensanzeichen mehr gezeigt. Wie ein Sprecher des zuständigen Umweltministeriums gegenuber der Zeitung informierte, habe sich der Wal in der Nacht nicht bewegt. „Da das Wasser mittlerweile so niedrig ist, kann man von Weitem nicht sehen, ob er noch atmet. Die typische Wasserfontäne gibt es nicht.“

Ostsee-Buckelwal liegt im Sterben

Update vom 2. April, 6:15 Uhr: Seit gestern ist klar: Der in der Wismarer Bucht vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal liegt im Sterben. Nun schutzt eine 500-Meter-Sperrzone den geschwächten Meeresriesen und verschafft ihm in seinen letzten Atemzugen die nötige Ruhe. Bis zu seinem Tod kann jedoch noch einige Zeit vergehen, hatten Experten schon gemahnt. Es besitze noch einiges an Fettreserven.

Das könnte das Leiden des Tiers im schlimmsten Fall noch Wochen hinausziehen. „Das Tier leidet ganz extrem. Ja, es geht ihm uberhaupt nicht gut. Aber wir mussen im Hinterkopf behalten, dass es ein Wildtier ist“, sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack gegenuber Bild. Weil das Tier relativ frei aufliegt, können durch das enorme Gewicht innere Schäden an Organen entstehen. Zudem kommt es zu Atem- und Herzkreislaufproblemen. Eine Tötung kommt fur die Fachleute dennoch nicht infrage.

Update vom 1. April, 16:30 Uhr: Das Meeresmuseum Stralsund trifft Vorbereitungen fur eine wissenschaftliche Untersuchung des vor Poel gestrandeten Buckelwals, sollte das Tier sterben. Experten rechnen damit, dass der Tod in funf Tagen bis mehreren Wochen eintreten könnte. Direktor Baschek stellte klar, dass eine grundliche Analyse des Gesundheitszustands im Mittelpunkt stehe – darunter mögliche Krankheiten oder Folgen des Netzes im Maul. Eine Präparation oder Ausstellung sei nicht das vorrangige Ziel.

Bei der Pressekonferenz am Mittag richtete Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack einen dringlichen Appell an die Öffentlichkeit: Der Wal zeige exemplarisch, welchen Schaden die Menschheit den Ozeanen in den letzten Jahrzehnten zugefugt habe. „Wir verschmutzen sie, wir verseuchen sie, wir uberfischen sie, wir zerstören die Meere im industriellen Maßstab“, sagte Maack. Er verlangte die Einrichtung großflächiger Schutzgebiete, damit sich Natur und Fischbestände regenerieren können. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus äußerte grundsätzliche Zustimmung.

Update vom 1. April, 14:45 Uhr: Alle Rettungsversuche fur den vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht festsitzenden Buckelwal werden eingestellt. Das teilten Experten sowie der zuständige Umweltminister am Nachmittag mit. Das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der von einem sehr emotionalen Tag sprach. Wie der NDR berichtet, gelte eine Sperrzone von 500 Metern. Es werde Kontrollen der Polizei geben. Ein Betreten der Sperrzone zu Fuß oder per Boot ist nicht erlaubt.

„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Backhaus. „Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebieten es auch, irgendwann dann mal ihn gehen zu lassen“, sagt auch Burkard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum. Realistisch gesehen habe der Wal am Morgen seine letzte Chance gehabt. „Die konnte er nicht nutzen.“

Update vom 1. April, 13:40 Uhr: Das Schicksal des mehrfach gestrandeten Buckelwals durfte laut Experten besiegelt sein. In der Bucht vor Poel wird der Wal sterben. Auf die Frage, ob auch eine Tötung infrage komme, antwortet Baschek vom Deutschen Meeresmuseum deutlich. „Euthanasie schließen wir kategorisch aus.“ Das sei mit „erheblichen Risiken“ verbunden – fur das Tier selbst und auch jene Person, die es durchfuhrt.

Update vom 1. April, 13:30 Uhr: Auf der Pressekonferenz äußert sich auch ein Sprecher der Sea Shepherd Crew: „Man sollte dem majestätischen Tier aus Pietätsgrunden die Ruhe lassen, dass es in Ruhe sterben kann.“ Entsprechende Vorkehrungen, um das Gebiet um das Tier abzuschotten, seien bereits getroffen worden. Buschek vom Meeresmuseum: „Er liegt deutlich freier. Das Wasser wird sinken. Er ist deutlich schwächer. Das Tier wieder zu animieren, wäre reine Tierquälerei“.

Fest steht laut den Fachleuten: Der Wal wird an Ort und Stelle sterben. Wann das passiert, ist laut Minister Backhaus unklar. Prognosen reichen von funf Tagen aufwärts. Die Reserven des Tiers seien gut. „Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, so Backhaus.

Update vom 1. April, 13:05 Uhr: Prof. Dr. Burkard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum findet deutliche Worte. Man gehe davon aus, dass das Tier an der derzeitigen Stelle versterben werde.

„Eigentlich ist man am 1. April zum Scherzen aufgelegt. Das ist heute uberhaupt nicht der Fall“, so Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus vor der versammelten Presse. Der Politiker bekräftigte, dass die Strategie, dem Wal Ruhe zu geben, die richtige sei. „Die Ruhe hat ihm geholfen“, so Backhaus, der den Weg des Wals der letzten Tage und Wochen nachzeichnet. „Ich habe vor diesem Tier absolute Hochachtung.“ Man wisse derzeit nicht, ob und wie viel eines möglichen Fangnetzes noch im Inneren des Wals stecke.

Update vom 1. April, 12:10 Uhr: Das Schicksal von Ostsee-Wal Timmy beruhrt weiter viele Menschen. Vor Ort strömten Medienberichten zufolge am Vormittag zahlreiche Schaulustige herbei, um das geschwächte Tier zu sehen. Die Polizei hat laut Bild mittlerweile eine Sperrzone eingerichtet, um zu verhindern, dass sich Menschen dem Tier nähern. Laut Focus habe sich sogar ein Ausflugsschiff dem Wal genähert.

Über den Gesundheitszustand gibt es derzeit keine aktualisierten Informationen. Laut dem NDR sei der Wal tief im Schlick eingesunken. Um 13 Uhr soll erneut in einer Pressekonferenz uber die aktuelle Lage informiert werden.

Sinkende Pegel könnten Wal-Rettung erschweren

Update vom 1. April, 10 Uhr: Buckelwal Timmy befindet sich weiter vor der Insel Poel. Wie unter anderem der NDR berichtet, sei das Tier in der Nacht sehr aktiv gewesen. Sich in den nächsten Tagen zu befreien, durfte aber schwierig werden. Wie die Wasserstandsvorhersage des Bundesamts fur Seeschifffahrt und Hydrographie zeigt, sind die Pegel um die Bucht im Sinken begriffen. Die Chancen fur den Wal, sich zu befreien, sinken somit, so der Sprecher des Ministeriums fur Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern gegenuber Bild.

Update vom 1. April, 8:23 Uhr: Auch nach Tagen in der Ostsee gelang Buckelwal Timmy der Weg zuruck noch nicht. Derzeit vermutet die Wasserschutzpolizei, dass sich der Meeresriese im Kirchsee befindet, der zur Wismarer Bucht gehört. Dort sollen zwei Beamte vom Boot aus den Zustand des Wals prufen.

In einer Mitteilung des Umweltbundesamtes hieß es gestern bereits, dass die aktuelle Position des Wals ungunstig sei, da das Wasser dort sehr flach ist. Zudem ist die Bucht stark verwinkelt. Sollte sich der Buckelwal „Timmy“ weiter dort befinden, sollen ihn Fachleute in Augenschein nehmen.

Wal-Drama in der OstseeRettungsversuche am Dienstag beendet

Update vom 31. März, 18:19 Uhr: Im Drama um den vor der Ostseekuste gestrandeten Buckelwal ist kein Ende in Sicht. Nachdem das Tier zuletzt tagelang in der Wismarer Bucht festgesessen hatte, konnte es sich am Montagabend zunächst freischwimmen. Doch setzte der Wal dort nach Angaben von Behörden und Experten am Dienstagnachmittag erneut in flacherem Wasser auf. Wie es mit dem geschwächten Tier weitergeht, war zunächst unklar – die Fachleute wollten die Lage zunächst beraten.

Claus Tantzen, Sprecher vom Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, erklärte dann am fruhen Dienstagabend laut Bild: „Es wird heute keine weitere Rettungsaktion geben. Dem Tier soll Zeit gelassen werden, um sich weiter zu erholen. Wir haben die gleiche Situation wie gestern. Der Wal hat genug Möglichkeiten, um sich selbst zu befreien. Das wollen wir abwarten. Im Moment wird noch daruber beraten, ob gegebenenfalls morgen fruh eine weitere Aktion stattfinden wird.“

Die aktuelle Entwicklung belege, „wie geschwächt“ und „ruhebedurftig“ der Wal sei, sagte Thilo Maack von der Umweltorganisation Greenpeace vor Journalisten in Wismar. Ähnlich wie bereits in den vergangenen Tagen gingen die Experten davon aus, dass das auf dem Meeresboden aufliegende Tier aus eigener Kraft wieder losschwimmen könnte, wenn es will. Diskutiert werden soll daher auch, ob es ähnlich wie am Montagabend durch fachgerechte Annäherung dazu motiviert werden soll.

Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erhält der Wal weiterhin jede erdenkliche Unterstutzung, auch weitere Experten seien inzwischen in die Rettungsaktion eingebunden worden. „Ich drucke nach wie vor die Daumen und ich hoffe dass wir noch ein gutes Ende finden“, sagte er am Dienstag in Wismar bei einer Pressekonferenz mit Maack. „Er zeigt ja, dass er grundsätzlich will.“

Update vom 31. März, 15 Uhr: Experten hatten am Dienstagvormittag noch gehofft, der Buckelwal wurde nun die Route raus aus der Wismarer Bucht einschlagenDoch der umherirrende Buckelwal sitzt seit Nachmittag erneut in flachem Wasser in einer Bucht vor Wismar fest. „Der Wal sitzt auf“, sagte Greenpeace-Walexperte Thilo Maack vor Journalisten.

Ähnlich wie bereits in den vergangenen Tagen gingen die beteiligten Experten aber davon aus, dass das Tier aus eigener Kraft losschwimmen könnte, wenn es will. Dort, wo der Wal derzeit liege, in einer Bucht der Insel Poel, sei die Wassertiefe ausreichend, damit der Wal wieder selbstständig weiterschwimmen könne. Deshalb denke man daruber nach, Rettungsmanöver vom Vortag zu wiederholen, sagten Meeresbiologe Thilo Maack und Umweltminister Till Backhaus am Nachmittag. Dabei wurde der Wal sanft zum Weiterschwimmen motiviert. „Die Chance, das nochmal zu probieren, ist vorhanden“, so Maack. Behörden und Fachleute wurden die Situation derzeit analysieren.

Update vom 31. März, 14:05 Uhr: Der Buckelwal steckt wieder fest, bestätigt Umweltminister Backhaus jetzt auf einer Pressekonferenz. „Er ist rechts abgebogen und den Kirchsee. Dort sitzt er jetzt fest“, erklärt Backhaus. Und tadelt: „Das war wieder nicht schön von ihm, er hat sich nicht an seine Route gehalten.“

Das Tier war von zwei Schlauchbooten begleitet worden, geholfen hat es offenbar nichts. Greenpeace-Experte Thilo Maack äußert immerhin leise Hoffnung: Wie zuvor in der Wismarer Bucht, liegt der Wal in einer Rinne. Nach erster Einschätzung sollte er in der Lage sein, sich erneut selbst zu befreien – wenn er denn möchte.

Buckelwal sitzt wohl wieder fest: Nächste Hiobsbotschaft – aktuelle Meldung aus Bucht Kirchsee 

Update vom 31. März, 11 Uhr: In den Nachstunden konnte er sich von selbst befreien, dann tauchte er buchstäblich ab. Nun ist der mehrfach gestrandete Buckelwal wieder gesichtet worden. Das bestätigte jetzt auch das Deutsche Meeresmuseum. Das war auch auf Bildern einer Live-Kamera zu sehen, auf denen sich das Tier bewegt. Es sei zu hoffen, dass der Buckelwal Richtung Norden schwimme, meinte eine Sprecherin des Meeresmuseums laut dpa.

Wal Timmy ist offenbar wieder aufgetaucht

Update vom 31. März, 10 Uhr: Wo ist Timmy? Der seit einer Woche in der Lubecker Bucht mehrmals gestrandete Buckelwal hat sich vor wenigen Stunden befreit und wurde dann lange nicht mehr gesichtet. Das Tier habe offenbar die Dunkelheit genutzt und scheine die Umgebung von Wismar verlassen zu haben, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Wismar der Nachrichtenagentur afp noch am Dienstagmorgen. „Wir hoffen, dass der Wal inzwischen den Weg in tiefere Gewässer gefunden hat“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums der Bild.

Doch wie unter anderem der Focus berichtete, soll der Wal am Vormittag wieder in der Wismarer Bucht gesichtet worden sein. Offiziell bestätigt wurde die Sichtung zunächst nicht.

Update vom 31. März, 7:57 Uhr: Der Buckelwal in der Ostsee ist bisher noch nicht gesichtet worden, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Morgen. Nun werde ein Boot vorbereitet, damit die Einsatzkräfte nach dem Tier suchen und gegebenenfalls sehen könnten, ob es den Weg in Richtung offenes Meer geschafft oder sich wieder festgesetzt habe. 

Update vom 31. März, 6:17 Uhr: Dem in der Ostsee gestrandeten Buckelwal ist es gelungen, ein zweites Mal ins offene Wasser zuruckzukehren. Er sei nicht mehr zu sehen, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in der Nacht. Das Polizeiboot habe daraufhin den Einsatz abgebrochen. Eine Suche in der Dunkelheit sei nicht sinnvoll, erklärte der Sprecher. Gegen 23 Uhr wurde der Wal zuletzt an der Seebrucke in Wendorf gesichtet, wie die Wasserschutzpolizei der Bild mitteilte.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) berichtete, das Tier sei zunächst in die verkehrte Richtung geschwommen – zum Hafen hin. Im Laufe des Abends habe es dann jedoch Kurs in Richtung offenes Meer genommen. „Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen“, so Backhaus. Nun sei das Tier auf sich allein gestellt. Zuvor hatten das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern, Fachleute des Deutschen Meeresmuseums und Vertreter der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd mitgeteilt, dass sich der Zustand des Wals verbessert habe.

Ostsee-Wal kann sich selbst befreien

Update vom 30. März, 21:12 Uhr: Neue Hoffnung im Wal-Drama: Vor der Ostseekuste hat sich der gestrandete Buckelwal befreien können. Das Tier hat sich nach Angaben des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern am Abend von der Sandbank wegbewegt. Es sei allerdings noch nicht klar, in welche Richtung er schwimme, erklärte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Umweltorganisation Greenpeace zufolge schwamm das Tier zunächst Richtung Hafen.

Laut Focus gab Landesumweltminister Till Backhaus an, dass die Wasserschutzpolizei gerade versuche, den Wal zu leiten. Man musse verhindern, dass dieser in den Hafen schwimmt. „Ich hoffe, dass er es schafft – aber den Garantieschein gibt es nicht“, meinte Backhaus. „Wir haben immer wieder gedacht: Hoffentlich, hoffentlich schafft er es“, zitiert Bild den Umweltminister: „Er hat sich von sich aus auf den Weg gemacht. Er will kämpfen.“

Update vom 30. März, 20:42 Uhr: Der gestrandete Buckelwal hat sich offenbar in Bewegung gesetzt. Laut einem Focus-Reporter, der sich vor Ort in der Wismarer Bucht befindet, schwamm der Wal vor wenigen Minuten los. Demnach bewegte er sich in Richtung Hafen und hat etwa 50 Meter hinter sich gebracht. Das hätten mehrere Augenzeugen berichtet.

Zuvor waren mehrere Versuche von Einsatzkräften gescheitert, dem Tier zu helfen. Boote in der Wismarer Bucht mussten ihren Einsatz nach Einbruch der Dunkelheit zunächst beenden. Laut NDR befanden sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Experten von Greenpeace, dem Meeresmuseum Stralsund und Sea Shepherd an Bord eines Boots.

Update vom 30. März, 17:42 Uhr: Das neuerliche Rettungsmanöver ist laut bild.de nach wenigen Minuten abgebrochen worden. Die Boote entfernten sich wieder von dem gestrandeten Buckelwal. Wie es weitergehen soll, ist derzeit offen.

Wal-Drama in der Ostsee: Nächste Rettungsaktion fur gestrandetes Tier

Update vom 30. März, 16:57 Uhr: Der NDR hatte am Montagnachmittag berichtet, Greenpeace-Meeresbiologin Franziska Saalmann habe ein neuerliches Rettungsmanöver angekundigt. Demnach wolle sich ihre Organisation in einer gemeinsamen Aktion mit dem Deutschen Meeresmuseum und der Wasserschutzpolizei zu dem Wal begeben. Auf dem Wasser sei geplant, das Tier zu animieren, sich freizuschwimmen. Zudem solle sich aus der Nähe auch ein genaueres Bild uber den Zustand des Tieres gemacht werden. Inzwischen ist diese erneute Rettungsaktion gestartet worden. Laut bild.de sind zwei Boote losgefahren und nähern sich dem Tier.

Update vom 30. März, 13:30 Uhr: Im Rahmen einer Pressekonferenz haben Umweltminister Till Backhaus und das Deutsche Meeresmuseum uber das weitere Vorgehen im Fall des gestrandeten Wals informiert. Demnach werde weiter gehofft, dass sich das Tier aus eigener Kraft befreien kann. Die Hoffnung liege vor allem auf dem Nachmittag, dann solle der Wasserstand um etwa 30 Zentimeter ansteigen.

Nach Aussage des Direktors des Deutschen Meeresmuseums stehen wichtige Stunden bevor. Er wolle nicht vom verzweifelten letzten Versuch reden, sagte Burkard Baschek bei der Pressekonferenz mit Blick auf geplante Versuche, das Tier zum Weiterschwimmen zu animieren. „Wir glauben nach wie vor daran, dass es gelingt, aber es wird ein entscheidender Tag heute werden.“ Das Expertenteam vor Ort werde dann versuchen, den Wal nochmals zu animieren. „Dies erfolgt durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser, da der Wal keinesfalls beruhrt werden sollte“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums im Vorfeld der PK.

„Dem Tier wirklich Ruhe zu geben, damit es dann auch sterben kann“

Laut den Experten werde weiter daran geglaubt, dass das gelingen könne. Doch werde das Tier von Tag zu Tag schwächer. Mittlerweile atme der Wal nur noch alle vier Minuten, zuvor lag die Frequenz bei zwei Minuten. Das Tier könne sich grundsätzlich frei bewegen, habe dies aktiv jedoch kaum wahrgenommen.

Baschek sagte, falls das Tier frei genug im Wasser schwimme und sich grundsätzlich mit geringem Aufwand bewegen könnte, aber dennoch nicht wegschwimme, dann fehle ihm offenbar die Kraft dazu. Dann werde man auch uber den Zeitpunkt nachdenken mussen, „dem Tier wirklich Ruhe zu geben, damit es dann auch sterben kann“. So weit sei man aber bisher nicht. „Das möchte ich gern heute Abend dann nochmal diskutieren“, sagte der Experte.

Update vom 30. März, 12:51 Uhr: In den vergangenen Stunden hat sich der gestrandete Buckelwal kaum bewegt. „Er atmet weiterhin. Er liegt im Wasser, das jetzt etwas niedriger ist, dadurch, dass der Wasserstand etwas gesunken ist“, sagte Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace der Deutschen Presse-Agentur. Er atme regelmäßig, etwa alle funf Minuten.

Als das Expertenteam am Morgen mit einem Schlauchboot in die Nähe des Tieres gefahren war, hatte der 12 bis 15 Meter lange Wal nicht stark reagiert. „Wir haben auch versucht, ihn durch Lärm zu animieren. Dazu haben wir mit dem Paddel aufs Wasser geschlagen, um zu gucken, ob er sich bewegt und dadurch zeigt ‚Oh, das stört mich!‘ Da kam aber auch keine Reaktion zuruck und das zeigt auch noch, dass das Tier weiterhin geschwächt ist.“

In der Nacht zum Montag (30. März) war der Wasserstand um 50 Zentimeter gesunken. Aus eigener Kraft kann sich das Tier daher aktuell nicht freischwimmen. „Der Wasserstand soll ja auch wieder steigen. Er kann derweil noch mal Kraft sammeln durch die Ruhe, die wir ihm geben wollen“, so Saalmann.

Zustand des Ostsee-Buckelwals besorgniserregend

Update vom 30. März, 11:15 Uhr: Die Situation fur den in der Wismarer Bucht gestrandeten Buckelwal bleibt weiter angespannt, dem Tier geht es nach wie vor nicht gut. Einer Meeresschutz-Expertin der Organisation Greenpeace zufolge wirkt der Wal weiterhin geschwächt. „Er liegt nach wie vor unverändert hier in der Bucht, und er atmet auch weiterhin“, sagte Franziska Saalmann im ZDF-„Morgenmagazin“. Er habe jedoch nicht viel Reaktion gezeigt, als das Team am Morgen mit dem Schlauchboot zu ihm gefahren ist.

Da der Wasserstand gesunken ist, hat sich die Situation fur den Wal zusätzlich erschwert. Doch selbst wenn sich der Wal befreien könnte, sei nicht klar, ob er den Weg zuruck in die Nordsee finden wurde. „Wir wissen nicht genau, was fur Krankheiten er eventuell hat. Und ob und inwiefern seine Orientierung und sein Allgemeinzustand so sehr geschwächt sind, dass er jetzt auch durch menschliche Einflusse und die verbliebenen Netzreste, die er noch im Maul hat, so geschwächt ist, dass er einfach nicht richtig klarkommt und sich nochmal verirrt.“

Der Wal musse eigentlich dringend die Ostsee verlassen. „Wir hoffen, dass er die Kraft zusammenkriegt, und wir beratschlagen auch daruber, welche Maßnahmen wir anschließen können, um ihn bestmöglich zu unterstutzen.“

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