GREVENBROICH – Es ist der Albtraum jeder Eltern, der am späten Nachmittag des Neujahrstages in einer ruhigen Wohnsiedlung in Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) bittere Realität wurde. Seit Mittwoch, dem 1. Januar 2026, wird eine 13-jährige Schulerin vermisst. Während die Polizei mit Hochdruck ermittelt, zeichnet sich ein Bild ab, das weit uber ein gewöhnliches „Weglaufen“ hinausgeht. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel: War das Verschwinden der Teenagerin von langer Hand geplant oder geriet sie in eine fatale Falle?

Ein Aufbruch ohne Abschied
Gegen 17:00 Uhr verließ das Mädchen das elterliche Haus. Es war dunkel, die Straßen nach den Silvesterfeierlichkeiten noch ungewohnt leer. Bekleidet mit einer schwarzen, huftlangen Pufferjacke und auffälligen weißen Nike-Sneakern, wirkte sie wie eine ganz normale Jugendliche auf dem Weg zu einer Freundin. Doch dort kam sie nie an. Als die 13-Jährige auch Stunden später nicht auf Nachrichten reagierte und ihr Smartphone plötzlich offline ging, schlug die Familie Alarm.
Die Polizei im Rhein-Kreis Neuss reagierte sofort. Suchhunde wurden eingesetzt, und Streifenwagen kontrollierten die Bahnhöfe der Umgebung. Doch die Suche in der ersten Nacht blieb ergebnislos. „Wir nehmen diesen Fall extrem ernst, besonders aufgrund des jungen Alters und der herrschenden Witterung“, erklärte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen.

Die Spur der digitalen Verfuhrung
Inzwischen haben IT-Spezialisten der Kriminalpolizei das Zimmer der Vermissten untersucht und erste Hinweise gesichert. Dabei stießen sie auf eine beunruhigende Entdeckung: In den sozialen Medien gab es in den Tagen vor Silvester einen regen Austausch mit einem bisher unbekannten Profil. „Es gibt Indizien dafur, dass das Mädchen gezielt zu einem Treffen gelockt wurde“, so ein Ermittler aus dem Umfeld der Suche.
Besonders rätselhaft: Zeugenberichte deuten darauf hin, dass die 13-Jährige am fruhen Mittwochabend an einer Bushaltestelle in der Nähe des Grevenbroicher Bahnhofs gesehen wurde. Sie soll dort nicht etwa orientierungslos gewirkt, sondern zielgerichtet in einen Bus Richtung Dusseldorf gestiegen sein – jedoch nicht allein. Eine weitere, etwa gleichaltrige Person soll sie begleitet haben. Handelt es sich um eine koordinierte Flucht von Jugendlichen oder steckt ein kriminelles Netzwerk hinter der Kontaktanbahnung?
Wettlauf gegen die Zeit und die Kälte
Während die Ermittler die Videoaufzeichnungen der Verkehrsbetriebe auswerten, wächst der Druck. Die Temperaturen im Rheinland liegen derzeit um den Gefrierpunkt. Mit nur einer leichten Winterjacke bekleidet und ohne nennenswerte Barmittel ist die 13-Jährige in einer lebensgefährlichen Situation, sollte sie sich im Freien aufhalten.
Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Jedes Detail zählt: Wurde die 13-Jährige in einem Regionalexpress gesehen? Fielen jemandem in Grevenbroich oder Neuss zwei Jugendliche auf, die sich auffällig im Hintergrund hielten? Besonders die weißen Nike-Sneaker könnten in der Dunkelheit ein wichtiges Erkennungsmerkmal sein.
Ein Appell an die Öffentlichkeit
Die Familie der Vermissten ist am Ende ihrer Kräfte. Über die sozialen Netzwerke verbreiten Freunde und Verwandte das Foto der dunkelblonden Schulerin tausendfach. In Grevenbroich herrscht eine beklemmende Stille; die Menschen blicken genauer hin, wenn sie an Bahnhöfen oder in Parks unterwegs sind.
Die Polizei warnt jedoch davor, auf eigene Faust Suchtrupps in unwegsames Gelände zu schicken, und bittet stattdessen darum, jede noch so kleine Beobachtung direkt unter dem Notruf oder bei der nächsten Dienststelle zu melden. „Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig“, lautet die Devise.
Noch hoffen alle auf ein gluckliches Ende – darauf, dass die 13-Jährige wohlbehalten nach Hause zuruckkehrt und die schwarzen Schatten dieses Neujahrstages vertrieben werden können. Doch je mehr Stunden verstreichen, desto dringlicher wird die Frage: Wo ist das Mädchen aus Grevenbroich geblieben?




