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Das Phantom vom Sonnenstein: Wo ist Celina F.?

Das Phantom vom Sonnenstein: Wo ist Celina F.?

PIRNA (SACHSEN) – Es sollte ein friedliches Weihnachtsfest werden, doch für die Betreuer und Ermittler im Ortsteil Sonnenstein begann am 23. Dezember ein Albtraum, der bis heute anhält. Die 14-jährige Celina F. verließ an diesem Tag ihre Unterkunft und kehrte nie zurück. Es ist nicht das erste Mal, dass die Behörden nach dem Mädchen suchen. Doch während die Stadt im Lichterglanz versinkt, stellt sich eine brennende Frage: Läuft Celina vor ihrem Leben weg, oder wird sie von einer dunklen Macht in die Tiefe gezogen?

Die Polizeidirektion Dresden arbeitet unter Hochdruck, denn dieser Fall ist weit mehr als das bloße „Ausbüxen“ eines Teenagers.

Das Muster der Flucht: Ein Schrei nach Hilfe?

Bereits im September des vergangenen Jahres hielt Celina die Region in Atem. Damals war sie 13 Jahre alt, als sie zum ersten Mal spurlos verschwand. Dass ein Kind innerhalb weniger Monate zweimal das schützende Umfeld einer Unterkunft verlässt, alarmiert die Jugendpsychologen und Kriminalisten gleichermaßen. In Fachkreisen spricht man oft von „Weglauftendenzen“, die tiefe Wurzeln in traumatischen Erlebnissen oder einer extremen inneren Not haben können.

Doch die Frage bleibt: Wohin geht ein 14-jähriges Mädchen im tiefsten Winter ohne finanzielle Mittel? Ermittler prüfen derzeit, ob Celina über soziale Netzwerke Kontakt zu Personen außerhalb ihres direkten Umfelds aufgenommen hat. Oft sind es „falsche Freunde“ oder sogenannte „Loverboys“, die die Sehnsucht junger Mädchen nach Geborgenheit ausnutzen, um sie in die Abhängigkeit zu locken.

Pirna-Sonnenstein: Ein Viertel sucht nach Antworten

Die Suche konzentriert sich auf den Stadtteil Sonnenstein, doch die Ermittlungen strahlen weit über die Grenzen Sachsens hinaus. Da Celina bereits einmal verschwunden war, könnte sie über überregionale Kontakte verfügen, die sie nun erneut nutzt. Die Polizei hat Bahnhöfe, Busstationen und bekannte Treffpunkte der Jugendszene überwacht, doch Celina scheint wie vom Erdboden verschluckt.

Besonders besorgniserregend ist die Wetterlage. Seit ihrem Verschwinden kurz vor Heiligabend sind die Temperaturen in Sachsen mehrfach unter den Gefrierpunkt gefallen. Ohne festen Unterschlupf ist das Überleben im Freien für eine Jugendliche lebensgefährlich. Die Ermittler schließen nicht aus, dass sie bei Bekannten untergekommen ist, die sie vor den Behörden verstecken – eine Straftat, die als Entziehung Minderjähriger geahndet wird.

Die Zeit läuft gegen die Hoffnung

Sechs Wochen sind seit dem 23. Dezember vergangen. Sechs Wochen, in denen kein Lebenszeichen, kein Anruf und keine digitale Spur von Celina registriert wurde. Das Schweigen eines Kindes in einer Welt, die niemals offline ist, ist das lauteste Warnsignal. Die Polizei appelliert an das Gewissen der Bevölkerung: „Jeder Hinweis kann entscheidend sein.“

Celina F. ist kein Einzelfall, aber sie ist eine individuelle Tragödie, die sich vor unseren Augen abspielt. Wer hat die 14-Jährige gesehen? Wer weiß, wer ihr Unterschlupf gewährt? In der kalten Stille von Pirna warten die Ermittler auf den einen Anruf, der das Rätsel löst. Denn ein Kind, das zweimal flieht, flieht nicht vor dem Ort, sondern vor einer Situation, der es allein nicht entkommen kann. Wir dürfen nicht zulassen, dass Celina in den Schatten des Sonnensteins für immer verloren geht.


Hinweise zum Aufenthaltsort von Celina F. nimmt das Polizeirevier Pirna oder die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen. Bei akuter Sichtung wählen Sie bitte den Notruf 110.

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