DRAMA IN WILHELMSBURG: Wo ist Aaliyah Jolie (13)? Spur fuhrt zum Hauptbahnhof und einem mysteriösen Deal
HAMBURG-WILHELMSBURG – Seit vergangenem Samstag herrscht in Wilhelmsburg druckende Ungewissheit. Die 13-jährige Aaliyah Jolie Fritzenwanker ist spurlos verschwunden. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Vermisstenfall aussah, entwickelt sich fur die Hamburger Soko nun zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Neue Ermittlungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Schulerin in eine Falle gelockt wurde. Ein mysteriöser Telefonanruf und eine Notiz auf dem Bahnsteig geben der Polizei Rätsel auf.
Es war ein gewöhnlicher Samstag, als Aaliyah das elterliche Zuhause verließ. Doch die digitale Forensik der Polizei hat mittlerweile ein Bild gezeichnet, das weit uber einen harmlosen Ausflug hinausgeht. In den Wochen vor ihrem Verschwinden suchte die 13-Jährige im Internet gezielt nach Fernbusverbindungen ins Ausland und Möglichkeiten, anonym Unterkunfte zu mieten. Besonders beunruhigend: In einem Chatverlauf stießen die Beamten auf kryptische Nachrichten mit einem unbekannten User uber den „Verkauf eines wertvollen Gegenstandes“. Wollte Aaliyah ihre Kasse aufbessern und wurde dabei zum Ziel eines Kriminellen?
Der Drei-Sekunden-Anruf am Hauptbahnhof
Die letzte Ortung ihres Mobiltelefons fuhrt die Ermittler direkt zum Hamburger Hauptbahnhof. Inmitten des Trubels am Samstagabend geschah das Unfassbare: Um Punkt 22:14 Uhr klingelte Aaliyahs Telefon. Es war ein Anruf von einer anonymen Nummer, der genau drei Sekunden dauerte. Unmittelbar danach wurde das Gerät dauerhaft vom Netz getrennt.

Ein Bahnmitarbeiter erinnert sich an ein junges Mädchen, das zu diesem Zeitpunkt sichtlich nervös im Wartebereich stand und immer wieder auf die Uhr blickte. „Sie wirkte, als wurde sie jemanden erwarten, aber sie schaute sich ständig ängstlich um“, gab der Zeuge zu Protokoll. Kurz darauf soll sie hastig in ein graues Fahrzeug gestiegen sein, das ohne erkennbare Kennzeichen im Halteverbot vor dem Bahnhof wartete.
„Geh nicht allein“ – Die Warnung auf dem Bahnsteig
Bei einer grundlichen Durchsuchung des Bahnsteigs machten die Beamten eine Entdeckung, die den Fall in ein noch dustereres Licht ruckt. In einer Mauerritze, direkt dort, wo Aaliyah zuletzt gesehen wurde, fand man einen zerknullten Zettel. Darauf notiert: Eine mehrfach durchgestrichene Telefonnummer und der handgeschriebene Satz: „Geh nicht allein.“ Wusste Aaliyah, dass sie sich in Gefahr begab? Hatte sie in letzter Sekunde versucht, eine Warnung zu hinterlassen, oder stammt der Zettel von jemandem, der sie beschutzen wollte? Die Kriminalpolizei pruft derzeit unter Hochdruck die Aufnahmen der Überwachungskameras, um die Identität des Fahrers des grauen Wagens festzustellen.

Polizei bittet um Mithilfe
Die Sorge, dass Aaliyah sich in einer lebensgefährlichen Lage befinden könnte, ist groß. „Wir lassen nichts unversucht“, heißt es aus Polizeikreisen. Die Ermittler konzentrieren sich nun auf das soziale Umfeld und die Frage, welchen „Gegenstand“ Aaliyah verkaufen wollte. Handelt es sich um Diebesgut, oder war es lediglich ein Vorwand, um das junge Mädchen an den Bahnhof zu locken?
Die Polizei Hamburg bittet die Bevölkerung erneut um Hilfe: Wer hat Aaliyah am Samstagabend am Hauptbahnhof oder im Bereich Wilhelmsburg gesehen? Wer kann Angaben zu dem grauen Fahrzeug machen?
Hinweise nimmt das Hinweistelefon unter 040 4286-56789 oder jede Polizeidienststelle entgegen. Im Notfall wählen Sie bitte die 110.




