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Es geht ihr zu schlecht: Ärzte stoppen Doku uber Natascha Kampusch

Wien (Österreich) – Es hatte schwere Bedenken von Ärzten gegeben. Und heftige Proteste von Opferverbänden. Trotzdem wollte der österreichische TV-Sender ORF am Montagabend zur besten Sendezeit eine Dokumentation uber Natascha Kampusch senden. Titel: „Gefangen in Freiheit“. Es sollte – 20 Jahre nach Kampuschs Flucht vor ihrem Entfuhrer (siehe Kasten) – um das Leben der tapferen Frau und ihren heutigen Zustand gehen.
Doch nun rudert der ORF zuruck: Die umstrittene Dokumentation wird – vorerst – nicht ausgestrahlt. Das teilte der Sender mit. Denn Natascha Kampusch geht es derzeit offenbar nicht gut. Ihre Familie hatte in der vergangenen Woche einen schweren gesundheitlichen Zusammenbruch des fruheren Entfuhrungsopfers öffentlich gemacht.Kampusch laut ihrer Familie meist „in eigener Welt“: Nataschas Schwester Claudia Nestelberger sagte in Österreich: „Sie (Natascha, Anmerkung der Redaktion) ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fuhlen uns hilflos.“
ORF zeigt „Millionenshow“ statt Kampusch-Doku: Auf eine BILD-Anfrage sagt der Sender zur Absage: „Nach unterschiedlichen Auffassungen betreffend die Persönlichkeitsrechte von Natascha Kampusch und um sich Zeit fur eine entsprechende finale Abklärung zu geben, verzichtet der ORF vorerst auf die Ausstrahlung.“ Statt der Dokumentation uber die Folgen der Entfuhrung wird die „Millionenshow“ ausgestrahlt.
Weißer Ring begrußt Absage: Der Weiße Ring, eine Hilfsorganisation fur Verbrechensopfer, begrußte diese Entscheidung. Man habe im Vorfeld dem ORF seine Bedenken hinsichtlich der Ausstrahlung deutlich gemacht, hieß es weiter.

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