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Mitternachts-Notruf und ein rätselhaftes Handy: Was geschah wirklich mit Michelle?


Celle (Niedersachsen) – Mitten in der Nacht geht ein Notruf ein. Wenige Minuten später stehen Polizisten vor einer verstörenden Szene: Eine lange Blutspur zieht sich vom Treppenhaus bis auf die Straße – und endet abrupt. Im Fall der 25‑jährigen Michelle H., die am 11. März vermisst gemeldet wurde, sorgt nun ein weiteres Detail fur zusätzliche Rätsel.


In Vermisstenfällen sind Handys fur Ermittler oft die wichtigste Spur. Sie zeigen, wann ein Gerät zuletzt online war, wo es sich eingeloggt hat und welche Kontakte es gab – Hinweise, die helfen können, Aufenthaltsorte einzugrenzen und Abläufe nachzuvollziehen.

Michelles Handy war längst ausgeschaltet

Doch im Fall von Michelle H. fuhrt gerade ihr Handy in die Irre. Laut Staatsanwältin Stefanie Vogler ist es bereits seit dem späten Abend des 9. März abgeschaltet, wie sie gegenuber „t-online“ erklärte. Seitdem: kein einziges Signal. Doch erst rund anderthalb Tage später wurde die junge Frau von ihrem Schwager (46) vermisst gemeldet.

Mitten in der Nacht rief er die Polizei und behauptete, die junge Frau sei mit einer klaffenden Halswunde aus ihrer Wohnung gerannt. Die Beamten fanden daraufhin eine 193 Meter lange Blutspur, die sich vom Treppenhaus bis auf die Straße zog und irgendwann abrupt endete.

Ermittlungen wegen versuchten Totschlags

Damit stehen zwei Fragen im Raum: Was geschah zwischen dem letzten Handysignal am 9. März und dem Notruf in den fruhen Stunden des 11. März? Und was suchte der Schwager nachts in Michelles Wohnung? „Wir wussten auch gerne, was geschehen ist“, sagt dazu Staatsanwältin Vogler zu „t-online“. Eine Antwort gebe es bislang nicht. Zur Beziehung zwischen Michelle und dem 46‑Jährigen erklärt sie lediglich, man gehe von einem freundschaftlichen Kontakt aus. Weitere Angaben macht sie nicht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 46-Jährigen wegen versuchten Totschlags. Sollte Michelle nicht mehr lebend gefunden werden, wurde sich der Vorwurf auf Totschlag erhöhen. Der 46-Jährige ist nicht in Gewahrsam, es liege nur ein einfacher Anfangsverdacht vor. Möglicherweise hilft den Ermittlern ein blutverschmiertes Kuchenmesser aus Michelles Wohnung weiter. Das Messer wurde sichergestellt und wird derzeit im Labor auf verwertbare Hinweise untersucht.

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