Wettlauf gegen den Tod in Hamburg: Wo ist Lieka? Die Spur führt zu einem mysteriösen „Internet-Arzt“
Wettlauf gegen den Tod in Hamburg: Wo ist Lieka? Die Spur führt zu einem mysteriösen „Internet-Arzt“
HAMBURG / ST. PAULI – Es ist ein Fall, der die Hansestadt in Mark und Bein erschüttert und die Ermittler der Mordkommission an ihre Grenzen bringt. Seit den Abendstunden wird die junge Lieka vermisst. Doch es ist kein gewöhnlicher Vermisstenfall: Lieka braucht dringend medizinische Hilfe. Ohne ihre täglichen, lebensnotwendigen Medikamente tickt die Uhr unerbittlich gegen sie. Die Polizei warnt: Es besteht akute Lebensgefahr!
Die Falle schnappte im Netz zu
Die Rekonstruktion der Ereignisse liest sich wie ein moderner Psychothriller. Nach ersten Erkenntnissen der Digitalforensik suchte Lieka in medizinischen Foren nach Rat für ihr chronisches Leiden. Dabei geriet sie offenbar ins Visier eines skrupellosen Täters, der sich als „Arzt“ ausgab. Mit falschen Versprechen über eine „neuartige Heilmethode“ und „alternative Wirkstoffe“ lockte er die verzweifelte junge Frau aus ihrer Wohnung.
„Der Täter hat gezielt Liekas Hoffnung auf Genesung ausgenutzt“, erklärt ein Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben es hier mit einem perfiden Manipulator zu tun, der genau wusste, welche Knöpfe er bei seinem Opfer drücken musste.“
Der schwarze Transporter – Die letzte Sichtung
Zeugen beobachteten am späten Abend eine verstörende Szene im Bereich der Hamburger Landungsbrücken. Ein schwarzer Transporter mit getönten Scheiben und ohne erkennbares Kennzeichen hielt am Straßenrand. Lieka wurde gesehen, wie sie nach einem kurzen Gespräch mit dem Fahrer zögerlich einstieg. Seit diesem Moment ist ihr Mobiltelefon abgeschaltet. Das Signal erlosch in der Nähe des Hafengebiets – ein Ort, der tausende Versteckmöglichkeiten in alten Lagerhallen und Containern bietet.
Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Polizeihubschrauber kreisten in der Nacht über dem Hafen, und Spezialeinheiten kontrollierten bereits mehrere verdächtige Garagenkomplexe. Doch von dem schwarzen Transporter fehlt bisher jede Spur.
Medizinischer Notfall: Jede Minute zählt
Was diesen Fall so dramatisch macht, ist Liekas Gesundheitszustand. Sie leidet an einer schweren Stoffwechselstörung, die ohne ihre speziellen Medikamente innerhalb weniger Tage zum Organversagen führen kann. „Die Zeit ist unser größter Feind“, so die behandelnden Ärzte. „Selbst wenn sie nicht direkt bedroht wird, sorgt ihr eigener Körper dafür, dass die Situation stündlich kritischer wird.“
Die Polizei veröffentlichte heute ein Phantombild des vermeintlichen Arztes, basierend auf Beschreibungen von Forenmitgliedern, die ebenfalls von dem Mann kontaktiert wurden. Er wird als etwa 45 bis 50 Jahre alt beschrieben, mit einer sehr gepflegten Ausdrucksweise und auffällig blassen Augen.
Appell an die Bevölkerung: Haben Sie den Transporter gesehen?
Die Hamburger Polizei bittet die Öffentlichkeit dringend um Mithilfe. Jeder Hinweis auf einen schwarzen Transporter, der in den letzten 24 Stunden ungewöhnlich geparkt wurde oder durch riskante Fahrmanöver auffiel, könnte die Rettung für Lieka bedeuten.
Besonders Taxifahrer und Lieferdienste, die in der Nacht im Hafengebiet unterwegs waren, werden gebeten, ihre Dashcam-Aufnahmen zu prüfen. Hat der „Internet-Arzt“ Lieka in eine Falle gelockt, um sie gefangen zu halten, oder ist sie bereits Opfer eines noch dunkleren Verbrechens geworden?
Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Hamburg unter der Notrufnummer 110 oder jede andere Dienststelle entgegen.





