Merves (23) und Selins (22) junge Leben wurden durch ein illegales Autorennen in Ludwigsburg brutal ausgelöscht.Privat„Es ist fur ganz Deutschland wichtig!“Angespannt und ängstlich tritt die Familie von Selin (22) in den Saal des Landgerichts Stuttgart, trifft dort auf die Männer, die das Leben ihrer Tochter und deren Freundin Merve (23) beendet haben. Die beiden Mädchen werden bei einem illegalen Autorennen totgefahren. Im Gespräch mit sternTV reagieren nun die Angehörigen auf das Urteil gegen die Raser – und senden eine deutliche Botschaft.Schuldig wegen Mordes!Gurkan U., der am Abend des 20. März 2025 das Auto der beiden jungen Frauen mit uberhöhter Geschwindigkeit rammt, erhält vom Stuttgarter Landgericht eine lebenslange Haftstrafe.
Sein Bruder Ismail, der mit dem anderen Wagen durch die Ludwigsburger Innenstadt rast, muss wegen versuchten Mordes 13 Jahre hinter Gitter.Selins Familie kann nach dem Urteil endlich aufatmen, reagiert „glucklich“ auf die Entscheidung des Gerichts. Die 22-Jährige könne „ab heute“ in „Frieden schlafen”, erzählt eine ihrer Schwestern im Gespräch mit stern.Ebenso wichtig ist es fur die Angehörigen, den eigenen Schmerz fur eine wichtige Botschaft zu nutzen. Der Schuldspruch der Raser-Bruder sei „fur ganz Deutschland wichtig”, erklärt Selins Cousin Benan bei sternTV.„Weil dadurch wird ein starkes Signal herausgegeben an ganz Deutschland, an die Raser, die fur solche Sachen Konsequenzen tragen mussen.”Anzeige:Empfehlungen unserer PartnerReue bei den Angeklagten habe Benan keine wahrgenommen. „Man hat gemerkt, dass sie ein bisschen Selbstmitleid betreiben”, erinnert er sich. Darauf habe sich seine Familie aber nicht eingelassen. „Bei uns kam es zumindest nicht an, vielleicht bei den Richtern.Aber bei uns in der Familie hat man gespurt, dass diese Menschen leider nicht belehrbar sind.”Lese-Tipp:Merve und Selin sterben bei illegalem Autorennen – Bruder wegen Mordes angeklagt
Ein Schreckensbild von der Unfallstelle. Das völlig zerstörte Auto zeigt, wie heftig der Unfall war, bei dem die zwei junge Frauen ihr Leben verloren.picture alliance/dpa/KS-Images.de / Andreas RometschBereits nach dem tödlichen Unfall habe sich der Burgermeister von Ludwigsburg bei den Hinterbliebenen gemeldet, angekundigt, an der Straße einen Blitzer zu installieren. Der sei „am Urteilstag angebracht” worden, bestätigt Benan. „Daruber sind wir sehr glucklich, dass sich endlich etwas tut auf dieser Straße.“Juristisch ist der Fall heikel: Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 sind illegale Autorennen ausdrucklich strafbar. Bei Todesopfern drohen mehrjährige Haftstrafen, in besonders schweren Fällen auch eine Verurteilung wegen Mordes. In der Vergangenheit haben Gerichte in ähnlichen Fällen unterschiedlich entschieden – von fahrlässiger Tötung bis hin zu Mordurteilen.„Hier hat das Gericht den sogenannten Eventualvorsatz bejaht”, begrundet Anwalt Fatih Zingal, der Selins Familie vertritt, bei sternTV. „Das heißt, die Täter kannten die Gefährlichkeit ihres Handelns und haben die Gefahr erkennen mussen und diese dennoch billigend in Kauf genommen.” Die niederen Beweggrunde und das gemeingefährliche Mittel seien als Mordmerkmale anerkannt worden, die Fahrer haben sich imponieren und ihr „fahrerisches Können” zur Schau stellen wollen, erklärt der Anwalt.Verwendete Quellen: Stern, eigene RTL-Recherche, dpa




